Mittwoch, 3. Juli 2024

Ein Quilt nach Hundertwasser Teil 2

So, da war ich nun in Coburg-Ahorn angekommen und der erste Kurstag konnte beginnen.

Ein wenig Sorge, weil ich drei volle Tage unterwegs sein würde, fuhr allerdings mit.

Mit meinem Herrn L. habe ich mehrmals am Tag telefoniert, so war ich relativ beruhigt und konnte mich auf meine Aufgabe konzentrieren.

Ich war mit vollgepacktem Kofferraum angereist. Ich hatte alles eingepackt, was wir eventuell brauchen würden und nicht bei den Kursfrauen auf der Materialliste stand. Anschauungsmaterial in Groß und Klein, Freezerpapier, Flip-Chart-Bögen für große Entwürfe, auch eine Kiste mit selbst gefärbten Stoffen, um der einen oder anderen mit einer bestimmten Stofffarbe aushelfen zu können. Und noch viel mehr.

 

 

 

Selbstverständlich nehme ich auch immer eine Nähmaschine mit. Es war gut so, denn bei einer TN stieg die Maschine aus und sie konnte, ganz gelassen, mit meiner weiterarbeiten.

 

Wir sind also am Freitag um 15:00 Uhr gestartet. Für den ersten Tag waren 4 Stunden angesetzt und für die weiteren Tage jeweils 7 Stunden. Das hieß 18 Stunden fast am Stück Zeit zum Kreativ sein. Nach einer kurzen Einführung mussten die Mädels gleich mit ihren Entwürfen beginnen, denn bei so einem Thema sind zweieinhalb Tage trotzdem eine knappe Zeit. Ich hatte so zwei Stunden für den groben Entwurf geplant .

 

 

Wie sicherlich jede von euch weiß, gibt es beim Thema Hundertwasser ja keine klaren Vorgaben. Es gibt keinen Plan, eine bestimmte Anzahl gleicher Teile in einer bestimmten Farbe zuzuschneiden, um sie letzten Endes nach einem vorgegebenen Plan zusammenzunähen.  Das ist dann das schöne, dass alle späteren Quilts unterschiedlich sind. 

Auch die  Anschauungsmaterialien der Frauen waren sehr vielfältig.

 

Bücher, Karten, viele Kalender, die auch schon eine relativ gute Größe hatten und bei denen man sehr gut Ideen für Details abschauen konnte. Nur wenige hatten Probleme, einen eigenen Entwurf zu beginnen. Aber dafür ist ja eine Kursleiterin da, auch denen auf die Sprünge zu helfen, die es nicht so mit dem Zeichnen haben. Nur eine Teilnehmerin hat einen von mir vorgeschlagenen Entwurf eins zu eins umgesetzt. 

 

 

Es gab Frauen, die relativ schnell die Nähmaschine hervorholten und anfingen zu nähen, andere brauchten für ihren Entwurf etwas länger.

 

 

 

Die meisten machten ihre Umsetzung in Patchworktechnik. Bei einer TN hatten wir uns entschieden, größtenteils in Applikation zu arbeiten, weil sich ihr Entwurf so einfacher umsetzen ließ. 

 

Zusätzlich haben wir auch mit Patchworkteilen kombiniert. Eine gute Entscheidung.


Die Kursstunden verflogen ganz schnell. Kaum begonnen, war es bereits Sonntagnachmittag. 

 

 

Zum Abschluss des Tages hat jede ihre Arbeit noch einmal vor der Gruppe erläutert und beschrieben, wie ihr weiterer Nähweg sein wird.

 

Es wurden auch noch die Möglichkeiten des Quiltens besprochen, damit jede ihr Projekt zu einem guten Abschluss bringen kann.

 

 

Jede war mit ihrem Fortschritt zufrieden. Ich denke, dass man doch den einen oder anderen Quilt im kommenden Jahr gemeinsam mit entstandenen Arbeiten anderer Kurse der Sommerakademie in der jährlichen Ausstellung beim Kunstverein Coburg anschauen kann.

Ich würde mich sehr freuen.

 

Wenn es so sein sollte, werde ich euch dann als Nachtrag hier noch fertige Hundertwasser- Quilts zeigen. 

Bedanken möchte ich mich bei den Kursteilnehmerinnen für die schönen Tage und wünsche allen nur das Beste.

Seid weiter kreativ und nutzt eure Fähigkeiten, tolles zu gestalten.


 


 


Montag, 1. Juli 2024

Ein Wochenende mit Hundertwasser

Inzwischen ist zwar schon wieder eine ganze Woche vergangen, aber es liegt ein ereignisreiches Kurswochenende in der Alten Schäferei in Coburg-Ahorn hinter mir.

 

 

Einen ersten Post darüber möchte ich heute veröffentlichen. Ich hatte euch ja schon hier geschrieben wie es dazu kam, dass ich den Kurs "Ein Quilt nach Hundertwasser" leiten sollte. Nachdem ich zugesagt hatte, habe ich mich relativ zügig an die Kurs-Vorbereitung gemacht. Das war gut so, denn es kommt ja immer mal wieder das Leben dazwischen und man hat Zeitmangel oder keine richtige Lust oder keine Energie. 

 

 

Ihr müsst wissen, dass ich auf aussagekräftige Kursunterlagen schon immer großen Wert lege. Jede TN soll auch die Möglichkeit haben, sich eigene Randnotizen zu machen, um auch später zu Hause  in den Unterlagen nachschlagen zu können. 

 

 

Insgesamt 20 Seiten Kursunterlagen hatte ich schon im Frühjahr ausgearbeitet. So etwas macht mir sehr viel Freude. Diesmal habe ich alles mit der Hand geschrieben und mit der Hand gezeichnet. 

 

Besonders die Zeichnungen gehen mir, beim Thema Hundertwasser vor allem, viel schneller von der Hand und gefallen mir besser als eine Computerzeichnung. Überhaupt mag ich generell Bücher mit Anleitungen sehr, die mit Handzeichnungen versehen sind. 

Doch nicht nur Papierkram war nötig, auch Arbeitsproben habe ich angefertigt. So konnte ich mit den "stofflichen" Beispielen im Kurs alles besser erklären.


 

 

 

Bei Themen, die mit einem Entwurf starten, mache ich auch immer ein paar unterschiedliche Skizzen als Anregung. Das war gut so, denn eine TN hat eine meiner Entwürfe 1:1 umgesetzt. Sie hatte es nicht so mit eigenen Plänen. 

 


Am Freitag früh fuhr ich dann los, eine gute Stunde Autobahnfahrt lag vor mir, kein weiter Weg also. Ich machte erst noch Zwischenstopp bei meiner Schwester Jana, denn dort hatte ich für die drei Tage mein Hauptquartier.

Am Nachmittag dann begann der Kurs in den Räumen der Alten Schäferei in Coburg-Ahorn. 

 

Ein Museum mit der gastronomischen Einrichtung "Schäferstube" und im Nebengebäude der Kursraum. Ausgestattet mit allem, was man braucht. Es gab eine kleine Küche, große Tische, große Fenster und zusätzliches gutes Licht, jede Menge Stromkabel und ganz wichtig: motivierte Kursfrauen.

Die meisten der Frauen waren schon einmal da, kannten sich aus und jede hatte recht schnell ihren Arbeitsplatz eingerichtet. In der Küche wurden all die Dosen mit der Verpflegung abgestellt. Genug für eine ganze Woche.

Pünktlich um 15 Uhr konnte ich beginnen. 

Doch wie es dann weiterging, davon schreibe ich demnächst. Sonst wird alles zu lang hier. 

Bis später also.















Sonntag, 30. Juni 2024

Kreative UFO Stoffverwertung No.2

Wie ich hier bereits davon schrieb, war ich eine der glücklichen Gewinnerinnen bei der o.g. Verlosung.

Und heute ist nun Zeigetag bei Anette.

Als der Stoff bei mir eintraf, habe ich geschmunzelt. Zum einen dachte ich gleich an unsere Katze Charly und spontan kam mir die Idee, ihr eine neue Katzendecke zu nähen. Dann war ich mir aber nicht sicher, ob sie so viele andere, fremde Katzen in ihrem Revier mögen wird. 

Just am nächsten Tag war eine Freundin unseres 7-jährigen Enkels Emil bei uns im Garten und da kam mir die Idee, eher ein paar Kleinigkeiten zu nähen, die Emil verschenken könnte, wenn er mal bei einem Kind eingeladen ist. Platz ist für mehr oder weniger Süßigkeiten, Stifte, kleine Spiele oder einfach auch ohne Inhalt zu verschenken. Auf jeden Fall wollte ich den Stoff restlos aufbrauchen. Ich begann mit dem größten Teil, ein Utensilo mit zwei Henkeln. Es hat eine Höhe von 20 cm und kann allerhand Sachen aufbewahren. Dazu nähte ich noch zwei Täschchen mit Schlaufe und Reißverschluss. Beide sind 12 cm lang, aber haben eine etwas unterschiedliche Breite. Das letzte kleine Utensilo ist 10 x 10 cm und hat eine Höhe von 7 cm. Darin kann man gut und gerne auch mal ein paar Süßigkeiten verschenken.

Nicht ein einziger cm des Stoffes ist übrig. Aus meinem Bestand habe ich RV, Volumenvlies und Futterstoff genommen. An die beiden RV habe ich noch jeweils einen Taschenbaumler aus meinem Bestand gemacht, damit es noch etwas mehr aufgehübscht wird. Schnittmuster habe ich keine benötigt; bei solchen Sachen lege ich mir meine Maße selbst fest. Nun liegen diese vier Teile da und warten darauf, verschenkt zu werden.

Und nun bedanke ich mich bei Anette für diese schöne Idee. Sie hat gleich mehrfach Freude gemacht. Mir, weil ich eine der Gewinnerinnen war und weil ich mich mal wieder an die Nähmaschine setzen durfte (musste). Dann wird Emil Freude beim Überreichen haben und die Beschenkten am Ende der Schlange hoffentlich auch. Ich bin, sollte es ein nächstes Mal geben, gerne wieder dabei. Vielen lieben Dank, Anette, für die Idee und die Organisation!

 


 

PS: Für einige Bloggerinnen von euch muss ich hier noch eine Anmerkung machen. Ich habe wieder mal  Probleme, mich einzuloggen um Kommentare zu schreiben. Es ist zum Haareausraufen. Ich besuche eure Blogs und lese immer bei euch mit. 

Gerne hätte ich auch mal eine Mail an euch geschickt, aber dafür fehlt mir einfach die Zeit, weil es ja dann immer ein längerer Text werden würde. Entschuldigt das bitte. 

  

Montag, 17. Juni 2024

Ein kurzer Blick

 ... durch das Schlüsselloch, denn es ist

Teaser-Time in der kreativen UFO-Stoffverwertung No.2

Bereits im April hatte Anette aufgerufen, an ihrer 

Kreativen UFO-Stoffverwertung teilzunehmen. 

Man konnte sich bewerben, denn sie stellt allen teilnehmenden Bloggerinnen ein Stück Stoff zur Verfügung. Ein Stück Stoff, den sie nicht mehr verarbeiten möchte. Man weiß nicht, um welchen Stoff es sich handelt, deshalb ist es spannend. Egal, was man daraus macht, es muss nur dann auf dem Blog gezeigt werden. 

Als ich unter den Auserwählten war, freute ich mich sehr. Und als der Briefumschlag mit dem Stoff ankam, ebenso. Es war ein Stoff mit niedlichen Katzen. Keiner, der mir im Laden Herzrasen verursacht hätte. Aber das ist ja gerade die Herausforderung bei solchen Nähaktionen.

Heute bin ich sehr froh, dass ich mich gleich an das Verarbeiten gemacht habe. Denn sonst wäre es zeitlich eng geworden. 

 

Verarbeitet habe ich unifarbenen Stoff, RV- Reste, Vliesreste... 

Gezeigt wird jedoch alles erst, wie von Anette festgelegt, am 30. Juni.

Bleibt bis dahin neugierig und 




Verlinkt wird zu Anette bei Augensterns Welt



 

Samstag, 8. Juni 2024

Grüße- sonst nix

Ich möchte nur ganz in Kürze schreiben, dass es mich noch gibt.

Der Monat Mai war wieder gefüllt mit diversen Geschehnissen, die ich hier nicht weiter thematisieren möchte.

 

 

Einige der Quilts der S-W-Ausstellung kamen wieder zurück. Der Grund war unterschiedlich. Manche hatten die Rücksendungen mit Onlineporto frankiert und dieses Porto  ist nur an dem aktuellen Tag gültig. Andere kamen zurück, weil das Porto nicht gestimmt hat, u.a. wegen "angeblich" falscher Größe des Umschlages. Komisch, denn in dem gleichen Umschlag kamen sie bereits bei mir an. Hatte der Computer bei der Post etwa einen schlechten Tag?

Na ja, nicht zu ändern.  Aber bedauerlich finde ich, dass nur 5 Frauen eine kurze Mail mit einer Rückmeldung geschickt haben, dass die Quilts wieder heil angekommen sind.

 

Sonst gibt es nichts wesentlich Neues in Thüringen. Der Garten blüht ganz wunderbar, die Badesaison ist eröffnet und manchmal sitze ich draußen und genieße einfach nur die Sonne. Mein Nähzimmer ist verwaist, die Nähmaschine abgedeckt und das Bügeleisen kommt nur bei der Bügelwäsche zum Einsatz.


Gefreut habe ich mich über ein Foto vom Kunstverein Coburg. Denn dort werden zurzeit drei meiner  Quilts im Rahmen der Sommerakademie ausgestellt. 

 

 

Dann habe ich die Nachricht erhalten, dass mein interaktiver Quilt mit dem Namen  "Anfassen erwünscht!" für die Kunstausstellung NURIA, die von Studenten der TU Ilmenau organisiert wird, ausgewählt wurde.

 

 

Das sind so die kleinen Höhepunkte, die ich mir mit wenig Aufwand schaffe, um ein klein wenig Abwechslung in meinen Alltag zu bekommen. Langeweile habe ich nicht, keineswegs.

  • Andere Leute kaufen Stoffe, um ein neues Projekt zu realisieren. Ich sortiere eher aus, um mich zu verkleinern.
  • Andere stöbern im Internet nach  neuen Anleitungen und ich stöbere, ob irgendwelche Menschen z.B.  Bücher suchen, die sich in meinem Patchwork-Bücherregal befinden.
  • Andere Leute buchen Urlaub auf den Malediven und wir haben uns eine neue Hollywoodschaukel für den Garten gekauft.

Ich hoffe, dass es mal wieder etwas ruhiger wird und ich auch mal wieder etwas kreatives machen kann.

So, das war es aus dem Hause L. für den Moment.

Falls ihr uns mal besuchen kommt, dann beachtet bitte das Schild neben unserer Haustür. 

 

 

Ich wünsche euch einen schönen Juni.




 






 



Montag, 27. Mai 2024

Alles hat einmal ein Ende,

... auch unsere SCHWARZ-WEISS- Ausstellung.

Am Samstag habe ich zusammen mit Ute von 123-Nadelei unsere 

(mehr als) 99 x Schwarz-Weiß-Ausstellung 

in der Kulturfabrik in Ilmenau-Langewiesen abgebaut. 

Ich war sehr erfreut, als ich ein paar Damen aus der Patchworkgruppe um Katrin auf dem Parkplatz sah. Auch sie hatten sich an der Ausstellung beteiligt und erfahren, dass die am Samstag endet. Sie hatten sich noch einmal auf den Weg von Bayern nach Thüringen gemacht, um sich auch diese Ausstellung noch einmal anzusehen. Sie machten sich gleich mit an die Arbeit und ruckzuck waren alle Quilts weg von den Wänden. Das Angebot, die Quilts ihrer Patchworkgruppe gleich mitzunehmen, war mir natürlich sehr recht.

Zu Hause hatte ich bereits alle Verpackungen sortiert und alle Adressaufkleber und die Briefmarken aufgeklebt. 

Die Quilts wurden sortiert in die, die verschickt werden müssen und die, welche in den jeweiligen Patchworkgruppen persönlich zurückgegeben werden. Das waren dann auch wieder vier Stapel, denn es gibt 4 verschiedene Gruppen, mit denen ich persönlichen Kontakt habe. 

 

Ich hatte mir im Vorfeld ein System überlegt und das hat sehr gut funktioniert.

 

Alle Quilts wurden so gelegt, dass ich die angebrachten Namensschilder lesen konnte. Waren mehrere Quilts von einer Person, legte ich die gleich zusammen. Nach und nach suchte ich zur Verpackung die entsprechenden Quilts und steckte sie hinein. 

 

Dazu kam dann jeweils eine textile Karte und ein Brief. 

 

Alle verpackten Quilts wuden in meinem Buch abgestrichen, zur Eigenkontrolle sozusagen. Kein Name und kein Quilt blieb übrig - also habe ich alles richtig gemacht.

 

 

Diese Woche auf dem Weg zu einem Arzttermin mit meinem Herrn L. werde ich die Sendungen alle ins Auto packen und sie dort zur Post bringen. 48 Teile sind es, hoffentlich erschreckt die Postfrau nicht.


 

Ich freue mich einerseits, dass dieses Kapitel jetzt für mich beendet ist und ich entlastet bin von der Verantwortung für die vielen Quilts. Andererseits bin ich aber auch etwas wehmütig, dass die Zeit so schnell vergangen ist.

Viel ist in der Zeit zwischen meinem Aufruf auf dem Blog und dem heutigen Tag geschehen. Gutes und auch weniger Gutes. 

Bedanken möchte ich mich bei allen, die mitgemacht haben, bei denen, die die Ausstellung besucht haben, bei denen, die meine Posts zur Ausstellung gelesen haben und bei denen, die kommentiert haben. 

Vielen Dank für das rege Interesse. Das zeigt mir, dass es sich lohnt, etwas mehr zu tun, als es von einem erwartet wird. 

Vielen Dank an euch alle da draußen. 

Leider werdet ihr in der nächsten Zeit wieder nur spärlich von mir lesen. Der Alltag mit all seinen derzeitigen Umständen lässt mir nicht viel Freiraum für schöne Dinge.

Bitte bleibt alle gesund und passt gut auf euch auf.

 










 


Sonntag, 19. Mai 2024

Unser Garten

… ist für mich nicht nur viel Arbeit, sondern auch eine Oase zum Kräftetanken. 

 

 

Auf dem Blog mache ich mich zurzeit etwas rar. Sowohl beim Posten als auch beim Kommentieren. Das Leben 1.0 hat mich mal wieder voll im Griff und kostet mich viel Energie. 

Außer der schönen Blumen im Garten gab es in den letzten Wochen so gar keine positiven Erlebnisse. Innerhalb von 3 Wochen zweimal ein Einsatz des Rettungsdienstes mit anschließendem Krankenhausaufenthalt meines Herrn L.

Beim ersten Mal war es "nur" eine große Platzwunde am Kopf, die genäht werden musste und beim zweiten Mal "nur" 5 gebrochene Rippen. Die Hämatome am ganzen Körper bleiben unerwähnt. Das ist innerhalb von 5 Monaten der dritte schlimme Sturz.

Nun bin ich erstmal 24/7 als Pflegekraft im Einsatz und mir geht so viel durch den Kopf.

Da ist an Nähen so gar nicht zu denken. Eigentlich wollte ich euch von unserem neuen Projekt in der Patchworkgruppe QuilThuer berichten. Mit großer Euphorie habe ich begonnen und musste jäh abbrechen.

Unseren Garten mag ich im Monat Mai besonders gern, wenn er farblich regelrecht explodiert. Der Regen in den letzten Tagen hat ihm gutgetan. Nicht nur das ist gewachsen, was jeder Gartenbesitzerin Freude macht. Natürlich hat der Regen auch dem Unkraut gutgetan. Die Nacktschnecken, die ich im letzten Jahr so gar nicht vermisste, kommen jetzt zu Hauf und haben mir bereits alle Salatpflanzen vernichtet.

 

Aber was hat meine Oma immer gesagt: "Auch Ungeziefer ist eine Schöpfung vom Herrgott und das muss man ertragen wie Krankheiten und Enttäuschungen."

Es ist zwar schon der Pfingstsonntag, aber meine Pfingstgrüße möchte ich euch trotzdem senden.

Bleibt alle gesund und vor allem - passt gut auf euch auf!

 



Sonntag, 12. Mai 2024

Noch ein Blick ins Bücherregal

Das zweite Buch, was ich heute vorstellen möchte, kommt ebenfalls wie dieses aus dem Haupt- Verlag.

 

Es hat den Titel  "Wilde Farben" und ist von der Autorin Caroline Ross. 

 

 Wilde Farben: Malfarben aus Naturmaterialien herstellen

Zum Anfang war ich etwas skeptisch, ob ich mir dieses Buch bestellen sollte, aber die Neugier überwog. Ich bin ja keine Malerin. Wenn ich male, dann mache ich das mit den vorhandenen Farben, die ich im Laden kaufe,  die für meine Zwecke ausreichend sind. Ich wollte wissen, ob ich eventuell diese Farben aus Naturmaterialien auch für das Färben von Stoffen einsetzen könnte. Das wäre für mich als  Näherin natürlich das Naheliegendste, Stoffe mit Naturfarben zu färben. 


In diesem Buch geht es nicht um die Herstellung von Farben aus pflanzlichem Material. Die Grundlagen für die Farben zum Malen sind eher aus Stein, aus Kreide, Holzkohle, Schiefer, Ton oder Ziegelscherben.

Nur wenige andere Grundstoffe wie z.B. rostiges Eisen kommen zum Einsatz.

Beim Vorhaben, eigene Farben zum Malen herzustellen, sollte man sich bewusst sein, dass es kein schnelles Unterfangen ist, was zum lohnenden Ziel führt. Die Materialien müssen allesamt mühsam zerkleinert werden. So zerkleinert, dass sie durch mehrmaliges Sieben in einen Pulverzustand versetzt werden.  Beim Zerkleinern nimmt die Autorin keine Geräte zur Hand, die etwa elektrisch betrieben werden. Sie nimmt Hammer, Mörser und Steine, die aufeinander gerieben werden.

 


 

Die Weiterverarbeitung der feinsten Pigmente mit dem passenden Bindemittel wird erläutert. Natürlich werden diese Bindemittel auch selbst hergestellt, je nachdem, für welche Art der Malerei die Farben gedacht sind. Da gibt es z.B. Kirschgummi, vom heimischen Kirschbaum oder Honig.  Um das hergestellte Farbpigment dann auch mit dem Pinsel einsetzen zu können, ist ein weiterer Arbeitsschritt nötig.


Sehr gut demonstriert die Autorin in den abgebildeten Farbpaletten, welche Farben aus welchem Ursprungsmaterial gewonnen wurden und wie sich diese Farben auf dem unterschiedlichen Papier zeigen. Schöne Malbeispiele ergänzen die Seiten im Buch sehr anschaulich. Es handelt sich fast immer um warme Farbtöne von hellem beige bis dunkelbraun.

 

Charmant sind die Muscheln als Gefäß, die sie zum Anrühren der Farbpigmente verwendet und die Beispiele, wie man alternativ mit Federn oder Holzstäbchen seine eigene Farbe auf Papier auftragen kann. 


Fazit: Es ist ein Buch für ganz mutige, die nicht in den nächsten Laden für Künstlerbedarf gehen, um sich einen Kasten Acrylfarbe zu kaufen. Für Menschen, die nicht nur Freude am Malen haben möchten, sondern auch wie unsere Vorfahren ihre Farben zum Malen selbst herstellen. Für Menschen, die für die Malerei brennen. Oder für solche, die so werden möchten.

Ganz ehrlich, mir wäre der Aufwand zu groß.

Aber wenn man sich dafür entscheidet, dann ist dieses Buch ein sehr wertvoller Ratgeber, um sich auf seinen ganz eigenen Weg zu machen, vom ersten Schritt in die Natur zum Sammeln von Material bis zum letzten Pinselstrich.

Ich denke, dies kann für den, der diesen Weg geht, eine wunderbare Erfahrung sein.

Herausgeber ‏ : ‎ Haupt Verlag; 1. Auflage 2024 (12. März 2024)

  • Broschiert ‏ : ‎ 128 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3258602813
  • Preis: 28 Euro 

 

Ich bedanke mich recht herzlich beim Hauptverlag für die Übersendung des Buches. 

PS: Da habe ich doch beim Hauptverlag gesehen, dass es auch ein Buch über Naturfarben zum Stoffefärben gibt. Ich werde es mir zulegen, denn da ist garantiert für uns alle etwas tolles dabei.

wild gefärbt

 Ich werde euch berichten.


 

Dienstag, 7. Mai 2024

In meinem Bücherregal

... konnte ich wieder zwei wunderbare Bücher einordnen. 

Das erste  Buch möchte ich euch heute vorstellen.

Es geht um das Buch "Wilde Fasern" aus dem Haupt- Verlag.

 Wilde Fasern

Der Titel machte mich neugierig, weil ich selbst schon immer gerne mit Naturmaterialien gewerkelt habe.

 Diese Neugier wurde verstärkt, als ich den Untertitel „Textile Objekte aus lokalen Naturmaterialien“ las.

Im Inhaltsverzeichnis steht kurz und bündig: geerntet, gewachsen, gefunden, gesammelt, wiederverwertet. Diese Begriffe stillten meine Neugierde nur mäßig, denn es verrät eigentlich nicht viel über den Inhalt. Es bleibt, bis man das Buch dann tatsächlich in der Hand hält, weiterhin spannend.

Die Autorin Alice Fox ist eine britische Textilkünstlerin. Sie arbeitet in ihrem Atelier mit selbst angebauten und gefundenen Naturmaterialien aller Art.

Um überhaupt mit Fasern etwas anstellen zu können, geht sie auf die Suche, wie sie auch bei uns direkt vor der Haustür, im Garten oder im Wald möglich ist. Sie verwendet Brennnesseln, Löwenzahn, Bomberstängel, Binsen, Grünlilie, Himbeeren, Flachs und vieles andere.

Sie zeigt im Buch, welche Naturmaterialien wann und wie geerntet werden, wie sie zu behandeln sind, um sie zweckentsprechend verarbeiten zu können.

Die Autorin dreht z.B. Schnüre, verwebt sie zu Schalen, bestreicht sie mit Schlamm und jedes einzelne Gefäß ist ein wundervolles Unikat. Sie flechtet Zöpfe aus Löwenzahnstängeln oder kreiert mit Blättern, Nadel und Faden wunderbar leichte Dekorationen. 

 Wilde Fasern

 

Sobald das Regenwetter vorbei ist, werde ich auf die Suche gehen. 

Das Erste, was ich ernten werde, sind Löwenzahnstängel. Mich hat fasziniert, wie vielfältig man die verarbeiten kann. Nie hätte ich das für möglich gehalten.

 Wilde Fasern

 

Im Buch gibt es Beispiele für das Arbeiten mit Rinde, mit Kastanienschalen, mit Fruchthülsen, Steinen, Muscheln, Schwemmholz usw.

Der Leser bekommt Tipps zum Verweben, Wickeln, Nähen oder Häkeln von Fasern aus der Natur.  Durchweg ist alles interessant, sehr inspirierend und vor allem nachahmenswert.

Ich wünsche allen Kreativen mit diesem Buch einen langen kreativen Sommer.

Ich bedanke mich recht herzlich beim Hauptverlag für die Übersendung des Buches. 

"Wilde Fasern" von Fox, Alice

ISBN: 978-3-258-60270-7

29,90 €