Freitag, 20. März 2026

Tick tack, neues Glück oder...

... wie aus einer alten Uhr ein Nähzimmer wurde.

Ute,(123-Nadelei) eine meiner Patchworkmädels, kennt meine Vorliebe für Bastelarbeiten aller Art. Als sie auf meinem Blog die Entstehung meiner Miniatur-Nähzimmer verfolgt hat, kamen wir darüber ins Gespräch. Ich erzählte ihr, dass ich immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Behältnissen bin, die sich für den Einbau solcher Miniaturen eignen.

Da fragte sie mich, ob ich eine ältere Uhr haben möchte, die nicht mehr der Mode entspricht. Ich glaube, es war ein Flohmarkt- Fund. Sie habe ein durchsichtiges Gehäuse und sei vielleicht interessant für mich. Sie brachte mir die Uhr mit – und ich dachte erst: Na ja …?

 

Beim Auseinanderbauen stellte sich die Uhr allerdings als ziemlich störrisch heraus. 

 

 

 

 

Sie bestand komplett aus Plastik, und vieles war – für mich kaum nachvollziehbar – verklebt. Ich wollte natürlich nichts abbrechen, aber trotz aller Vorsicht entstand hier und da ein kleiner Schaden. Ute meinte zwischendurch, ich solle die Uhr entsorgen – sie sei ohnehin nichts wert. Und tatsächlich: Ich hatte die Lust verloren und habe sie kurzerhand in meinen Abfalleimer im Nähzimmer geworfen.

Als ich den Abfalleimer in die Mülltonne entleeren wollte, habe ich die Uhr doch wieder herausgeholt, hab sie angeschaut, gedreht und überlegt und nochmal überlegt...

 

 

Schließlich wollte ich ihr doch noch eine zweite Chance geben.

Störende Überstände an der Rückseite habe ich abgesägt.

 

 

Unebenheiten am Boden konnte ich nicht entfernen, da hätte ich am Rand durch die Säge Schaden gemacht. Das wurde dann mit einem zweiten Boden ausgeglichen.

 

 

Die Rückseite hatte eine Vertiefung nach innen und war nicht besonders ansehnlich.

 

 

 Deshalb habe ich eine Mittelwand eingezogen. 

 

 

Alle Bruchstellen wurden kaschiert, so dass am Ende nichts mehr davon zu sehen war.

Nun war die durchsichtige Hülle wieder in Ordnung und sah für mich zufriedenstellend aus. Ich war richtig froh, dass ich die Uhr doch vor dem Mülleimer gerettet hatte. Nun konnte der Innenausbau beginnen.

Natürlich sollte es wieder ein Nähzimmer werden. Was denn sonst? Schließlich soll das Uhrengehäuse ja wieder zurück zu Ute - der Patchworkerin.

Im Nähzimmer gibt es vieles, was man für das Patchworken braucht. 

Alles ist wieder aus vorhandenen Materialien wie Pappe, Papier, Stoffreste Zahnstocher, Holzperlen, Knopf, Stickgarn, Farbe und Kleber zusammengefügt. 

Die Beschriftung der 1,5 cm großen Bücher wurde aus Patchworkzeitschriften ausgeschnitten. 

Die Nähmaschine, die Kaffeetasse und die kleine Schere sind diesmal allerdings aus dem Bastelladen.  


 


 

Das Innenleben der Uhr, bestehend aus Uhrwerk, Zifferblatt, Zeiger usw., ist natürlich in den Karton mit der Aufschrift "Allerlei Bastelkram" gewandert. Denn Frau weiß nie, wofür es mal gebraucht werden könnte.  


Weil die alte Uhr glücklicherweise doch noch aus dem Müll gerettet wurde, streiche ich das Feld "Glück gehabt" bei Anitas BINGO




Mal schauen, ob Ute sich über ihre alte/neue Uhr freut. 


Dienstag, 17. März 2026

Gemeinsam...

... statt einsam – das trifft auch auf Patchwork zu. 


Unsere Patchworkgruppe, die sich im Museum Kloster Veßra trifft, näht in diesem Jahr wieder gemeinsam an einem Projekt. Wir machen mit beim Sew-Along 2026  der Patchworkgilde. Titel: Log Beauties.

 

 

Jede Woche bis Mai wird auf der Seite der Gilde  ein neuer Block mit Nähanleitung veröffentlicht.

Bisher gibt es bereits sechs Blöcke, fünf davon haben wir schon genäht.

 

Am vergangenen Sonnabend haben wir bei unserem monatlichen Nähtreffen ein kleines „Show and Tell“ mit unseren bisherigen Arbeiten gemacht. 

 

 

Es ist spannend zu sehen: Die gleichen Blöcke – und doch ganz unterschiedlich, weil jede andere Stoffe verwendet hat. 

 

 

 

Besonders schön finde ich, dass die eine oder andere die Blöcke auch individuell abgewandelt hat. 

 



Ich habe da eine Idee: Wenn das Wetter wieder schöner wird, bringe ich eine Wäscheleine zu unserem Treffen mit. 

 

Die Leine spannen wir dann zwischen die großen Bäume und hängen alle unsere Blöcke daran auf – so entsteht eine winzig kleine Ausstellung.

 

 

Mittendrin stellen wir unseren Tisch auf, denn bei schönem Wetter verbringen wir unsere Mittagspause sowieso immer draußen in der Sonne.

 

 

Hach, ich freue mich jetzt schon darauf!







 


Am meisten freue ich mich aber darauf zu sehen, was jede Einzelne am Ende aus ihren Blöcken macht. Erste Zeichnungen und Ideen habe ich schon gesehen – das macht es richtig spannend.

Bleibt also auch ihr neugierig!

Es grüßt euch 

P.S.: Ein paar Frauen aus unserer Gruppe kennen das Nähen auf Papier noch nicht oder mögen es nicht besonders. Aber gerade in der Gruppe bekommt man immer wieder Unterstützung. Selbst die anfänglichen Zweiflerinnen haben sich schließlich entschieden mitzumachen – auch wenn es anfangs etwas mühsam ist.

Deshalb kann ich mit dem heutigen Post ein Häkchen bei Anitas Bingo im Feld „Raus aus der Komfortzone“ setzen. 

Und das Schönste: Inzwischen sind alle froh, dass sie sich darauf eingelassen haben.

 


 


Sonntag, 8. März 2026

Einen schönen Tag...

… mit Nähmaschinen, netten Frauen und schönen Quilts zum Ansehen hatte ich gestern.

Die Patchworkgruppe um Brit Rentsch hatte zum zweiten offenen Nähtreffen nach Weimar eingeladen. Da der Termin am gleichen Tag wie unser monatliches Treffen war und unsere Patchworkgruppe QuilThuer ohnehin zusammenkommen wollte, haben wir unser Treffen einfach nach Weimar verlegt. Ich bin der Meinung: Wenn in der Region so etwas organisiert wird, sollte man auch daran teilnehmen.

 


 

Eingeladen war ins Mehrgenerationenhaus in einem Wohngebiet. Ein helles Haus mit viel Platz zum Nähen, zum Essen und natürlich auch zum „Show and Tell“.

17 Frauen waren da. Ein Gewusel und Geschnatter – aber sehr schön. Wir hatten alle Platz in einem großen Raum zum Nähen, jede hatte einen Tisch zur Verfügung. Ein Buffet mit ganz vielen mitgebrachten Leckereien stand bereit. Für jeden war etwas dabei, süß oder herzhaft.

Tee, Kaffee, Säfte und Wasser hatten die Organisatorinnen ebenfalls bereitgestellt und in greifbarer Nähe positioniert.

Daneben stand ein großer Flohmarkt-Tisch. Jede konnte dort Sachen hinlegen, und so manches wechselte seine Besitzerin.

Für mich ist es immer am schönsten, wenn man den anderen Frauen über die Schulter schauen und sehen kann, woran sie gerade arbeiten. Das beobachte ich sehr gerne.

Und soll ich euch etwas sagen: Nur unsere Gruppe kannte sich vorher. Alle anderen waren sich noch nie begegnet. Irgendwie sind Patchworkerinnen aber alle vom gleichen Typ – offen, freundlich, sympathisch und immer bereit für Gespräche und netten Austausch. Deshalb mag ich solche Treffen so sehr.

Da werden die Nähutensilien auf den Tischen begutachtet, über Vor-und Nachteile von diversem Handwerkzeug geplaudert, es wird über selbstgenähte Taschen diskutiert, über Schwierigkeiten erzählt, die man beim Nähen hatte, und es werden Tipps und Tricks ausgetauscht – und, und, und …

Solcher Erfahrungsaustausch ist eine gute Sache, die man, wenn möglich, unbedingt nutzen sollte.

Doch auch das Quiltgucken kam nicht zu kurz.

Am Nachmittag gab es dann „Show and Tell“.

 

Hier ein Quilt von Brit aus Männerhemden in freier Schneidetechnik.


 

Ein handgenähter Quilt in Atarashii - ich kenne die Technik unter der Bezeichnung "Japanische Faltmethode".



 

Das ist die Rückseite.

Es wurde immer auch darum gebeten, die Rückseite zu sehen. Nicht nur wegen des Stoffes, sondern auch, weil man da häufig die Quiltlinien besser erkennen kann.

Ute (123-Nadelei) zeigte einen bemerkenswert schönen, handgenähten "La Passacaglia".

 



Dann hatte sie noch einen ebenfalls handgenähten Quilt aus Hemdenstoffen dabei. Sie erzählte uns, wie es zu diesem außergewöhnlichen Design kam. Das einfache Zusammennähen von Würfeln wurde ihr irgendwann zu langweilig. Also hat sie einfach mit viel Geschick fließende Übergänge zwischen den Mustern gestaltet.

Eine tolle Arbeit.







Petra zeigte ein paar ältere Projekte. Hier eines mit den von ihr geliebten Stoffen mit Golddruck...

 

 

... und einen Paperpiecing aus einer Hasenbach- Challenge .

Eine der Frauen der Weimarer Gruppe nutzte die Möglichkeit, auf zusammengestellten Tischen drei Lagen ihres Kaleidoskop-Quilt zu heften, und fragte, welche Farbe für das Binding wohl am besten sei.

 

Auch an UFOs wurde gearbeitet. Hier ein bereits gut abgelagertes Exemplar von Eveline, welches sie wunderbar mit der Longarm verziert hatte.  


Jutta hatte ihren gerade fertiggestellten Temperatur-Quilt des Jahres 2025 dabei. 

 

Nicht alles habe ich fotografiert. Das nächste Mal werde ich auch etwas zum Zeigen mitnehmen.

Danke an die Frauen aus Weimar für die Idee, die Einladung, die Vor- und Nachbereitung und natürlich besonders für die nette Gastfreundschaft.

Es war ein schöner Tag mit Frauen vor dem Frauentag. 

 


PS: Weil das vielfälige  Angebot an Leckereien an so einem Tag dazugehört, streiche ich das Feld " Essen und Trinken..."    beim BINGO von Anita.

 Weitere Fotos könnt ihr bei QuilThuer ansehen.


 

Freitag, 6. März 2026

Vernissage

Im Februar erhielt ich eine Einladung zu einer besonderen Vernissage in der Kulturfabrik Langewiesen. In der Galerie eröffnete die Sonderausstellung „Textile Experimente“, die bis Mai 2026 das Thüringer Trio A präsentiert.

Die Textilkünstlerinnen Angelika Pischke, Antje May und Anne-Kathrin Müller geben einen eindrucksvollen Einblick in ihr gemeinsames künstlerisches Schaffen. Im Mittelpunkt ihrer Zusammenarbeit in der Gruppe steht die Handwerkskunst Klöppeln – doch wer hier traditionelle Deckchen oder Gardinen erwartet, wird überrascht sein.

Kontrast - Zarte Klöppelarbeiten im Schieferrahmen

 

 

Die drei Künstlerinnen beschäftigen sich intensiv mit dem Klöppeln, lösen diese Technik jedoch bewusst aus ihrem altbekannten Kontext. Ihre Arbeiten wirken modern, farbstark und experimentell. Fäden, Stoffe, Papier, Naturmaterialien und Farbe verbinden sich zu ausdrucksstarken Kunstwerken, die klassische Handarbeit mit freien künstlerischen Strategien verschmelzen lassen.

Neben dem Klöppeln kommen auch Sticken, Nähen, Färben, Collage, Druck und sehr vielfältige Materialexperimente zum Einsatz. 

 

 

 

 





Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie zeitgenössische textile Kunst zwischen Tradition, Experiment und individueller Handschrift ihren ganz eigenen, modernen Ausdruck findet.








 
 
 
 
 
Ecoprint auf alter Tischwäsche
  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ecoprint auf alter Tischwäsche - Detail








Viele Exponate wurden in Rahmen hinter Glas präsentiert. Für den Betrachter schön anzuschauen. Leider aber durch die Spiegelung nicht gut zum Foto machen.




 

Am meisten fasziniert haben mich die Collagen aus Naturmaterialien und Mull. Das erinnerte mich an Arbeiten, die ich zu DDR-Zeiten in der Ausbildung "Künstlerische Textilgestaltung" angefertigt habe.

Die Ausstellung ist noch bis zum 9.Mai zu sehen.