Dienstag, 9. Juni 2026

Stich für Stich zum Ziel

Mein Ziel ist 100!

Nein, nicht 100 Jahre alt möchte ich werden. Obwohl – wenn ich gesund bliebe, wäre das natürlich schön.

Nein, auch keine 100 Millionen Euro möchte ich haben – was sollte ich mit so viel Geld anfangen? 

Aber die Zahl 100 möchte ich erreichen. Nämlich bei den Spendenquilts für Kinder, denen es nicht so gut geht.

Ich denke, dass ich schon mehrfach erwähnt habe, dass ich bei meiner Quiltaktion bereits 92 Quilts genäht habe und nur noch 8 übergeben möchte. Diese müssen allerdings erst noch fertiggestellt werden. Ich merke, dass mir bei diesem Vorhaben langsam die Luft ausgeht. Aber wenn ich mir etwas vornehme und es auch noch öffentlich mache, dann entwickelt sich ein großer Ehrgeiz, das Versprochene auch einzuhalten. Einen festen Zeitpunkt habe ich mir ja nicht gesetzt.

Das erst einmal als Text zur Einleitung.

Bei Doris – Lindlady – gibt es schon länger die Challenge „Stich für Stich zum Ziel“ und das passt doch wie die Faust aufs Auge.

Zum anderen habe ich neulich von Renate von „verquilts“ zwei Pakete erhalten. In einem Karton waren Stoffe, die sie selbst nicht mehr verarbeiten kann oder möchte. Im zweiten lagen u.a. genähte Blöcke aus ihrem Bestand. Sie hatte mich gefragt, ob sie diese dazulegen soll.


Spannend war es, als ich die beiden Kartons öffnete. Wow, die Stoffe waren eine Wucht! Die Farben und Muster ganz anders, als ich sie in den Jahren in meinem Regal hatte. Aber dann der Karton mit den bereits genähten Dingen – mal kleiner, mal größer, aber alle ganz exakt genäht. Leider hatte ich zwei Tage lang keine Zeit, alles genau anzusehen.



Doch dann – ein Blick aus dem Fenster: Regenwetter! O-Ton vom Enkel: „Oma, es ist wunderschönes schlechtes Wetter!“


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ihr könnt euch nicht vorstellen, was für eine Freude ich hatte, den Kartoninhalt zu besichtigen, an meine Designwand zu heften, zu tauschen und auch mal zwei Blöcke zusammenzunähen... 

Und nur zwei (Regen)- Tage später hatte ich die Teilstücke für eine Decke fertig. Was hatte ich für eine Freude! Es ist ganz viel unterschiedlicher Stoff, schöne Bilder, originelle genähte Einzelteile – und es ist kurzweilig für ein Kind, sich das alles anzusehen.

Als ich Renate das erste Foto davon schickte, schrieb sie mir:

"... Ja, ich denke auch, es gibt ganz viel zu entdecken. Gerade für Kinder ist das so schön, immer wieder etwas zu finden.
Und für mich ist es schön zu sehen, dass die Blöcke - z.T. wirklich über 20 Jahre alt - noch eine Verwendung finden. Der Schmetterling war mal ein Mystery. Da habe ich so aus Neugier mitgenäht. Der gelbgrüne Block unten rechts (wie ein Ring) ist ein übriggebliebener Block von einer Tischdecke für die Zeit zu Ostern. Das muss auch über 20 Jahre her sein.
 
 
 
 Die hellen Streifendreiecke sind überzählige Blöcke von meinem einen Bonnie Hunter Quilt "Roll, Roll, Cotton Boll". Fertiggestellt 2016.
 
 
 
 
 
Die bunten auf die Spitze gestellten kleinen Quadrate mit den roten Abschlussquadraten sind noch Überbleibsel von meinem Restequilt "Theater, Theater" usw. Die größeren herbstlichen Dreiecke waren Reste von einem Quilt, der schon lange verschenkt ist. Es ist gut, dass es jetzt aus dem Haus ist. Und es ist gut, dass du etwas damit beginnen konntest. Da freue ich mich wirklich riesig..." 
 
 
 

Es gibt verteilt auf dem Top viele Häuser...






...Flächen mit kleinen Blöcken...






...witzige Katzen, die aus dem Fenster schauen...

 

 

 

 

 

...handgenähte Hexagons, mal klein und mal groß, wurden appliziert und mit eingefügt.

 
 
 
Auch eine versteckte Geheimtasche habe ich eingenäht. 
 
 
 
 
Und so sieht es nun an meiner Designwand aus. Der Schmetterling braucht noch gestickte Fühler. Ich werde die Teile noch ordnen, mit meiner bewährten Quilt as you go-Technik quilten und dann zusammenfügen. Aber das werde ich machen, wenn der Sommer vorbei ist. Ich freue mich darauf.

 
 
Auch hier auf dem Blog nochmal ein recht herzliches DANKE an Renate. Für den Stoff, die beiden Nähtage, die du mir beschert hast und auch ganz einfach, weil es dich gibt. 
 
Der Quilt wird wieder farbenfroh daher kommen.  Meine Lieblingsfarbe ist ja ohnehin bunt. Deshalb streiche ich dieses Feld bei Anitas BINGO und verlinke den Post außerdem zu Doris- Lindlady zu "Stich für Stich zum Ziel".
 
Passt gut auf euch auf. 

 

 
 

Montag, 8. Juni 2026

Überraschung im Briefkasten

 

Es gibt diese besonderen Momente, die man nicht erwartet.

Letzte Woche hielt ich eine Überraschung in den Händen. Es ist ja nicht so, dass wir keine Post bekommen, doch meist sind es Briefe und Werbung, die man ungeöffnet direkt in den Müll werfen möchte. Dieses Mal aber war es anders: Eine Sendung von Doris -Lindlady. Allein schon die Haptik machte den Unterschied – der Inhalt fühlte sich weich und spannend an.

Was genau drin war, könnt ihr hier sehen, denn besser kann ich es gar nicht zeigen oder beschreiben. Schaut unbedingt mal nach!

  

 

 

Solche Überraschungen mag ich ungemein, und deshalb möchte ich Doris ganz herzlich dafür danken! 

Das sind so die Momente die mich für das Schreiben im Blog entschädigen. 

Das Täschchen ist aus Stoff gefertigt, nicht aus diesem Plastikmaterial, das man sonst oft im Laden findet. Genau aus diesem Grund verlinke ich meinen Beitrag gerne noch zum BINGO bei Anita. Das Feld "Plastik- nein Danke" wird nun gestrichen.

Bleibt alle gesund, passt gut auf euch auf und herzliche Grüße, besonders an Doris, von Rela!



 


Donnerstag, 4. Juni 2026

100. Geburtstag

Ich glaube, ich habe vor einiger Zeit schon einmal anklingen lassen, dass unser Familientreffen in diesem Jahr einen besonderen Anlass hatte.

Unser Elternhaus wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. Auch unsere Mutter würde in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag feiern, wenn sie noch bei uns wäre.

Aus diesem Grund trafen sich vier Geschwister und die dazugehörenden Familienmitglieder am 30. Mai – dem Geburtstag unserer Mutter – alle in unserem Heimatort. Solche Familientreffen finden (fast) regelmäßig statt.

 

 

 

Meine Schwester wohnt mit der Familie ihres Sohnes im Elternhaus, und alle freuten sich auf das Wiedersehen. Jeder steuerte etwas zum Essen oder einen Kuchen bei, sodass die Vorbereitungen für alle entspannt blieben.

Insgesamt kamen 19 Personen zusammen – nur drei konnten nicht dabei sein.

Die Altersspanne reichte von 4 bis 88 Jahren.

 

 

Das ist unser Elternhaus – früher und heute.

 

Das Haus in den 1960ern.

 

 

Das Haus heute.

 

Unser Dorf liegt direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die Grenzanlagen waren "zum Greifen "nah. 

 


 

 

 

 Jetzt liegt es sehr idyllisch, in alle Richtungen gibt es nur Natur.

 

 


 

Die nächsten Dörfer sind alle etwa zwei Kilometer entfernt. Heute leben im Dorf nur noch knapp 30 Einwohner. 1952 sind viele Bewohner in den Westen geflüchtet. Hier kann man darüber etwas nachlesen.

Die roten Häuser existieren alle nicht mehr. 


 

Und dennoch gibt es sogar ein "Museum" – untergebracht in einem umfunktionierten Trafohaus. 

Spaziergang zum "Museum".

 

Nicht einmal vier Quadratmeter ist der Innenraum groß. Dort kann man die Geschichte des Dorfes in Bildern und Texten nachlesen. Und erstaunlicherweise finden darin sogar ganz viele Leute Platz – wenn es darauf ankommt. Seht selbst.




 

 

 

Stellt euch vor: Auch in diesem Jahr brüteten im Hausbriefkasten bei meiner Schwester wieder Blaumeisen. Ganze zwölf Eier lagen darin, und neun kleine Meisen sind geschlüpft. Einen Tag nach unserem Treffen sind sie ausgeflogen und der Briefkasten war wieder für seine eigentliche Aufgabe frei.

 




Die anzusehen war natürlich besonders für die Kinder spannend.

 

Und wer neu von euch hier mitliest: Die 100 Jahre alte Haustür unseres Elternhauses steht seit dem letzten Jahr bei uns als Sichtschutz im Garten. 

 

 

 

Weil wir bei unserem Treffen wunderbares Wetter hatten, konnten wir den ganzen Tag draußen im Garten sitzen. Es war einfach schön. Alte Fotos wurden angeschaut, es wurde geplaudert, viel gelacht und gemeinsam in Erinnerungen geschwelgt. Immer wieder hörte man die Frage: „Weißt du noch?“ oder „Kannst du dich noch erinnern …?“

Die Kinder hatten ausreichend Platz und viele Möglichkeiten zum Spielen, denn sie interessieren sich natürlich nicht für unseren „alten Kram von früher“.

 

 

 

Mögen wir uns noch oft zu solchen Treffen sehen können. 

Ich verlinke den Post zu Anitas BINGO und streiche das Feld: "Gartenglück oder eben draußen". 

 


 



Freitag, 29. Mai 2026

Waltrauds alter Wecker

(Das ist ein Bericht aus der Konserve.)

Wir hatten eine Nachbarin, Waltraud, die bereits in den ersten Monaten der Corona-Pandemie verstorben ist. Sie war eine ganz liebe Nachbarin und viele Jahre lang aktiv in meiner Handarbeitsgruppe im Dorf. Von ihrem Küchenfenster konnte sie direkt auf unsere Terrasse schauen und zeigte sich immer sehr interessiert, wenn ich dort etwas Kreatives gewerkelt habe. Noch bevor ich den Satz „Komm doch mal rüber“ zu Ende sprechen konnte, stand sie schon da.

Waltraud hat sehr viel gestrickt, gehäkelt, genäht und gebastelt – ihre Hände waren immer fleißig. Oft denke ich an sie zurück. Nun ist auch ihr Mann verstorben und das Nachbarhaus soll verkauft werden. Ihre Tochter fragte mich, ob ich etwas von ihr als Erinnerung behalten möchte. Ich entschied mich spontan für einen großen Wecker, der auf den Fotos des Immobilienmaklers in einem der Regale zu sehen war.



Dieser Wecker ist mehr als nur ein Gegenstand für mich. Ich möchte versuchen, ein Miniaturnähzimmer hinein zu bauen. Eine Herausforderung, denn alles ist rund.

Als erstes musste ich den Wecker total auseinander bauen, das Innenleben musste raus.



 

Diese "Ohren" mussten weg, das ging nur mit einer Eisensäge und war schwer zu händeln. Zuerst mussten sie umgebogen werden, dass war nur im Schraubstock und mit starken Schlägen möglich. Leider habe ich dabei die Gewinde in den Löchern zerstört.

 

 

 

Ich habe das Zifferblatt wieder eingebaut, denn es ist so schön, dass es erhalten werden musste. Die Zeiger wurden einfach angeklebt, denn die Vorderseite sollte so aussehen, als ob der Wecker noch intakt sei.


Danach wurde die Rückwand beklebt und ein gerader Boden eingebaut.

Die Glocken musste ich einkleben, denn die „Ohren“ mit dem Gewinde, an denen sie verschraubt waren, waren ja kaputt. Leider fanden sich auch keine passenden Muttern in meinem Bestand.

 

 

 

Auf den eingeklebten "Boden" kam ein Regal, das wurde nach und nach mit allerlei Nähkram gefüllt. Die unschönen Klebestellen wurden dadurch verdeckt.

 

 

 

 

 

Natürlich ist eine Nähmaschine wichtig. Auf die Bodenfläche klebte ich noch ein Schubfach, aus dem ein Stück Stoff heraushängt.

 

 

Der Wecker symbolisiert für mich die vergehende Zeit, das Fortgehen der Menschen – und doch bleibt manches verbindend erhalten. Dass ich gerade diesen Wecker ausgewählt habe, wirkt für mich wie ein geschlossener Kreis.

Ich bin mir sicher, Waltraud hätte sehr genau hingeschaut, jede kleine Detail  bestaunt und wahrscheinlich schon halb über meine Schulter gelehnt gefragt: „Na, was werkelst du denn da, kann ich mal rüber kommen?“

Und ich finde den Gedanken schön: Wenn ich künftig dieses Miniaturnähzimmer in der Hand halte und den Wecker anschaue, sitzt ein Stück von Waltraud wieder mit auf der Terrasse und schaut neugierig, was ich gerade bastle.


Und so sieht er jetzt aus, Waltrauds alter Wecker.

Rückseite

Vorderseite





PS: Weil ich nicht aufgepasst habe und die Gewinde in den Löchern zerstört habe streiche ich beim BINGO von  Anita das Feld "Mein Freund, der Fehler".





Mittwoch, 27. Mai 2026

Geburtstag

Unsere Geburtstagsrunde ist sehr klein geworden. Jahrzehntelang waren wir vier Ehepaare, die solche Tage gemeinsam verbracht haben – mal bei den einen, mal bei den anderen. Im Sommer wurde draußen im Garten gegrillt, im Winter saßen wir beim Kaffeetrinken im Wintergarten. Egal, wo wir waren: Es war immer eine fröhliche, lustige Runde.

Leider sind inzwischen nur noch vier von uns übrig. Alle anderen haben uns schon verlassen.

Deshalb gehen wir nun lieber in ein Restaurant und lassen uns bedienen. 

In diesem Jahr habe ich unsere Freunde nachträglich zu einem Geburtstagskaffee eingeladen – in ein Café, nur etwa 15 Kilometer entfernt, urig und gemütlich. Es ist die Braunsteinmühle in Geraberg. Eine alte Mühle mit Wasserrad. Von außen sieht sie fast aus wie ein alter Schuppen, aber genau das mag ich: wenn alles ein bisschen rustikal ist und nicht so geschniegelt wirkt.

 

 

Bei schönem Wetter kann man draußen direkt am Fluss sitzen, dessen Wasser noch immer das alte Wasserrad antreibt. Drinnen fühlt man sich in eine andere Zeit versetzt. Mein Herr L. nennt es liebevoll „übervoll mit altem Kram“ – ich dagegen mag genau das: Gehäkelte Tischdecken, überall kleine Dinge, die entdeckt werden wollen. Das Kaffegedeck wird wie früher serviert auf einem kleinen Tablett mit Spitzendeckchen. Wenn man die Räume betritt, möchte man gar nicht gleich ans Kuchenbuffet, sondern erst einmal staunend umherschauen.

 

 

Die Wirtin ist herzlich und immer zu einem Scherz aufgelegt. Man merkt schnell, dass sie nicht nur bei der Gestaltung der Räume, sondern auch bei der Betreuung ihrer Gäste mit ganzem Herzen dabei ist.

Sogar in den Toiletten steht eine alte Nähmaschine. 

Schaut euch einfach mal um.

 

 

 



 
 
 
 
 
 
 
 

 


Und weil dieser Ausflug ein nachträgliches Geburtstags-Kaffeetrinken war, verlinke ich heute zu Anita und streiche dort das BINGO- Feld „Geburtstag“.