Samstag, 4. April 2026

Das Ziel meiner…

... „poetischen“ Quiltreise ist nun erreicht.

Bereits zwei meiner Berichte handeln vom Poesie-Quilt. Um zu verstehen, um was es dabei geht, lest bitte hier und hier.

Nun widmete ich mich dem rechten Teil des Quilts. 

Ich plante, auf dieser Fläche etwas zu applizieren. Aber was?

Ich erzähl es euch: 

Im letzten Herbst hatte ich mich mit einem Experiment beschäftigt. Beim Rechen von Laub im Garten dachte ich an den Winter – an viel freie Zeit bei Regen und Schnee und ganz viel Raum für Kreatives.

Beim Anblick der Blätter erinnerte ich mich: Ich hatte vor längerer Zeit gelesen, dass man Blätter so bearbeiten könne, dass sie eine lederähnliche Struktur annehmen und sich sogar vernähen lassen. Das musste ich einfach ausprobieren. Also sammelte ich bei meinen Gartenarbeiten Blätter in unterschiedlichen Farben und mit schönen Blattadern. 

 



Ich stellte eine Mischung aus einem Teil Glycerin – günstig in Drogerie oder Apotheke erhältlich – und zwei Teilen Wasser her. Diese füllte ich in eine Schüssel und legte die Blätter hinein. Damit sie vollständig bedeckt waren, beschwerte ich sie. Im Laufe der Zeit nahmen die Blätter die Flüssigkeit auf und wurden geschmeidig, biegsam und haltbar.



 

 

Nach etwa einer Woche ließ ich sie auf Küchenpapier trocknen.

 

 

Für eine glatte Oberfläche bügelte ich die Blätter anschließend zwischen zwei Lagen Backpapier. So erhielten sie tatsächlich eine lederähnliche Haptik. Dabei stellte ich fest, dass sich leicht feuchte Blätter besser verarbeiten lassen als getrocknete.

Ich wählte passende Blätter für meinen Quilt aus und bügelte auf deren Rückseite Vliesofix. Anschließend begann ich mit der Gestaltung: Ich legte die Blätter aus, schnitt einige zurecht und arrangierte sie immer wieder neu, bis ich die für mich stimmige Komposition gefunden hatte. Von dieser finalen Anordnung machte ich ein Arbeitsfoto.

 

 

Schließlich entschied ich mich gegen eine klassische Applikation. In einer Arbeitsprobe hatten mir die Stiche an den Rändern der Blätter nicht gefallen. Stattdessen nähte ich die Blätter sparsam ausschließlich durch senkrechte Quiltlinien auf. Die  Linien zeichnete ich vor und richtete die Blätter daran aus, sodass sie beim Quilten gleich mitgefasst wurden.

 


Als besonderer Blickfang fehlte noch etwas. In meinem Fundus fand ich Knöpfe aus Wurzelholz, die mir mein Herr L. vor vielen Jahren gefertigt hatte – sie passten perfekt zu diesem Quilt.



 

 

 

Das Binding stellte mich dann noch einmal vor eine kleine Herausforderung, da der grüne Stoff - ACH DU SCHRECK -  knapp war. Ursprünglich hatte ich ein doppeltes Binding aus grauem Stoff mit einer grünen Biese geplant, doch dafür reichte der grüne nicht. Kurzerhand setzte ich grün und grau zu einem Streifen zusammen – entscheidend war für mich, dass auf der Vorderseite ausschließlich Grün sichtbar ist. Auf der Rückseite würde die Lösung nicht auffallen.

 

 

 

Auch über eine zusätzliche Gestaltung hatte ich nachgedacht: den Liedtitel „Alt wie ein Baum möchte ich werden...“ frei mit der Maschine in dunkelgrünem Garn zu sticken. Nach einem Gespräch mit meinen Quiltmädels am vergangenen Sonnabend entschied ich mich jedoch dagegen – und bin im Nachhinein froh darüber.

 

 

Die geschriebenen Buchstaben wurden einfach mit heißer Luft aus dem Fön weggepustet. 


 




 

Nun ist er fertig, mein Quilt zum Thema „Poesie“. Er lässt Raum für Interpretationen, doch die Verbindung zu einem Baum – oder mehreren – ist, so denke ich, deutlich erkennbar.

Die Arbeiten der anderen unserer Patchworkgruppe werden später auf der Seite von QuilThuer zu sehen sein.

 


 

PS: Ich werde das Ende dieser Geschichte bei Anitas BINGO verlinken. Weil ich Blätter vom letzten Jahr für den Quilt verwendet habe, streiche ich das Feld "DER HERBST IST DA". 

 


 

Sonntag, 29. März 2026

Weiter geht es mit Poesie

Wie ich in den Kommentaren im letzten Post gelesen habe, interessiert es euch, wie es bei mir „poetisch“ weitergeht.

Also es war so: Ein genähmalter Baum war bereits für die Weiterverwendung geeignet, trotzdem wollte ich noch einen zweiten ausprobieren. Vielleicht würde mir dieser ja noch besser gefallen. Gesagt, getan – der zweite Baum war fertig und ebenfalls passend. Warum also nicht zwei Bäume nebeneinander, übereinander oder schräg versetzt anordnen?

 

Ich habe mehrere Skizzen gemacht und einige wieder verworfen. 

 

 

Die Herausforderung bestand darin, die Flächen mit den Bäumen  stimmig aneinanderzunähen, denn sie waren nicht besonders groß. Ich bin bei Arbeitsproben immer geizig mit Stoff. Ein Teil war sogar so schmal, dass ich an der Seite anstückeln wollte- bzw. musste.  ACH DU SCHRECK !

Vorher musste ich die Bäume mit Stoff hinterlegen, um die offenen Stellen zu füllen. Dafür nahm ich zur Befestigung schmale Streifen Vliesofix nur am Rand zur Hilfe.

 

  

 

Ich entschied mich dafür, die Bäume übereinander anzuordnen und die Nähte mit grünen Biesen zu betonen. Gerne hätte ich denselben Stoff wie für die Blätter verwendet, aber leider war - ACH DU SCHRECK !- nicht mehr genug vorhanden. Also wählte ich einen grünen Stoff, der sowohl für den Hintergrund der Bäume als auch für die Biesen und evtl. für das Binding ausreichen würde.

 

Damit war die linke Hälfte des Quilts zusammengesetzt und ich war zufrieden. 

 

 

 

 

Der rechte Teil, aus einem ganzen Stück Stoff, sollte mit Applikationen gestaltet werden – die allerdings nicht aus Stoff.

Für die Applikationen werde ich ein ganz außergewöhnliches Material verwenden. 

Denn dafür hatte ich bereits im Herbst bei einem Experiment Vorarbeit geleistet. 

Bleibt dran und lest gerne weiter mit.


 


 

 
PS: Mit diesem Beitrag streiche ich beim BINGO von Anita das Feld "Von "ach du Schreck zu Wow". 

Bingo bei Anita

Eigentlich hatte ich für heute einen ganz anderen Beitrag im Kopf.

Aber dann ist mir eingefallen: Es ist Ende März. Und das heißt – Zeit für die Quartalsabrechnung bei Anitas BINGO.

Also wird kurz umgeplant.

Ich habe tatsächlich 14 von 36 Feldern im ersten Quartal geschafft. Und ganz ehrlich: Für meine doch immer mal wieder auftauchenden kreativen Flauten fühlt sich das richtig gut an. Viel besser, als ich Anfang des Jahres erwartet hätte.

Was ich dabei besonders merke: Dieses „um die Ecke denken“, um einen Text irgendwie in ein Themenfeld einzupassen, gehört für mich inzwischen einfach dazu. Manchmal sitze ich da und überlege, ob das jetzt wirklich passt – und genau dabei entstehen dann oft die interessantesten Verknüpfungen.

Ich schreibe anders, ich denke anders über meine Texte nach. Und plötzlich passt etwas, das ich zuerst ganz woanders einsortiert hätte.

Deshalb fühlt sich dieses Anpassen gar nicht wie ein Tricksen an. Eher wie ein kleines kreatives Spiel.

Oder vielleicht sogar wie ein Geschenk.

Die Idee mit dem BINGO hat mich schon mehrere Jahre gepackt und ich danke Anita recht herzlich dafür.  



 


Montag, 23. März 2026

Poesie ...

…lautet das Thema, welches wir bereits im vergangenen Jahr als Projekt der Patchworkgruppe QuilThuer diskutiert hatten. Es gab in der Gruppe begeisterte und auch fragende Gesichter.

Poesie – ist das ein Thema für einen Quilt? Ich finde schon, denn bei diesem Thema kann man unendlich viele Inhalte hineinpacken. Poesie ist die Kunst der Dichtung. Man kann ein Lied, ein Gedicht, den Inhalt eines Buches oder aus meiner Sicht sogar auch ein Bild poetisch beschreiben bzw. als Basis für eine textile Umsetzung wählen. Herausfordernd ist es allemal.

Als dann noch in der Gruppe festgelegt wurde, dass alles individuell gestaltet werden kann, gab es Zustimmung von allen Seiten.

Größe, Material, Technik – alles sei möglich. Egal ob Patchwork, Applikation, Stickerei, Malen oder Drucken …

Gedanklich ging ich schwanger mit der Umsetzung eines Baumes. Das Lied „Alt wie ein Baum möchte ich werden …“ mag ich sehr, und ein Baum – textil umgesetzt – hätte den passenden Bezug zum Text.

Eigentlich wollte ich, als der familiäre Stress im letzten Jahr abgeflacht war, einfach nur mal wieder meine Nähmaschine „streicheln“. Ich nahm mir ein Stück grauen, groben, leinenähnlichen Stoff und wollte experimentieren – eine Arbeitsprobe für den Quilt machen und testen, ob sich der Stoff für meine Idee eignet. (Für echtes Patchwork ist er nämlich nicht zu gebrauchen.)

Ich legte zwei Lagen des Stoffes übereinander, die Gewebefäden jeweils schräg, denn bei meiner Methode hätte sich der Stoff sonst gedehnt. Er ist nämlich ein wenig lapperig. Ich zeichnete einen Rahmen und skizzierte grob einen Baum.

 

 

 

Dann nähte ich frei mit engen Zickzackstichen darüber. Beim Nähen stellte ich ganz langsam die Stichbreite kleiner, damit sich die Äste nach außen etwas verjüngen. Ein wenig knifflig, aber machbar.

Die Zwischenräume sollten dann zum Schluss aus der Fläche innerhalb des Rahmens herausgeschnitten werden.

 

Außerhalb des Randes nähte ich noch kleine Zweige.

Beim Ändern einer Bluse blieben einmal Ärmelteile übrig, die farblich prima passten. Weil das Material Polyester ist, franzt es nicht und eignete sich wunderbar zum Ausschneiden vieler winziger Blätter. Die sind nicht mal 1 cm groß und in unterschiedlichen Grüntönen. 




Diese habe ich dann jeweils nur mit einem kleinen Handstich befestigt, sodass sie locker auf dem Stoff aufliegen.

Die Arbeitsprobe gefiel mir schließlich so gut, dass ich sie kurzerhand in den Status "einsetzbar“ befördert habe.

Wie es mit dem Projekt weiterging, zeige ich beim nächsten Mal.

Neugierig?


 

PS: Ich verlinke heute meinen Post zu Anitas BINGO und streiche das Feld "Gedicht".




 

 

Freitag, 20. März 2026

Tick tack, neues Glück oder...

... wie aus einer alten Uhr ein Nähzimmer wurde.

Ute,(123-Nadelei) eine meiner Patchworkmädels, kennt meine Vorliebe für Bastelarbeiten aller Art. Als sie auf meinem Blog die Entstehung meiner Miniatur-Nähzimmer verfolgt hat, kamen wir darüber ins Gespräch. Ich erzählte ihr, dass ich immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Behältnissen bin, die sich für den Einbau solcher Miniaturen eignen.

Da fragte sie mich, ob ich eine ältere Uhr haben möchte, die nicht mehr der Mode entspricht. Ich glaube, es war ein Flohmarkt- Fund. Sie habe ein durchsichtiges Gehäuse und sei vielleicht interessant für mich. Sie brachte mir die Uhr mit – und ich dachte erst: Na ja …?

 

Beim Auseinanderbauen stellte sich die Uhr allerdings als ziemlich störrisch heraus. 

 

 

 

 

Sie bestand komplett aus Plastik, und vieles war – für mich kaum nachvollziehbar – verklebt. Ich wollte natürlich nichts abbrechen, aber trotz aller Vorsicht entstand hier und da ein kleiner Schaden. Ute meinte zwischendurch, ich solle die Uhr entsorgen – sie sei ohnehin nichts wert. Und tatsächlich: Ich hatte die Lust verloren und habe sie kurzerhand in meinen Abfalleimer im Nähzimmer geworfen.

Als ich den Abfalleimer in die Mülltonne entleeren wollte, habe ich die Uhr doch wieder herausgeholt, hab sie angeschaut, gedreht und überlegt und nochmal überlegt...

 

 

Schließlich wollte ich ihr doch noch eine zweite Chance geben.

Störende Überstände an der Rückseite habe ich abgesägt.

 

 

Unebenheiten am Boden konnte ich nicht entfernen, da hätte ich am Rand durch die Säge Schaden gemacht. Das wurde dann mit einem zweiten Boden ausgeglichen.

 

 

Die Rückseite hatte eine Vertiefung nach innen und war nicht besonders ansehnlich.

 

 

 Deshalb habe ich eine Mittelwand eingezogen. 

 

 

Alle Bruchstellen wurden kaschiert, so dass am Ende nichts mehr davon zu sehen war.

Nun war die durchsichtige Hülle wieder in Ordnung und sah für mich zufriedenstellend aus. Ich war richtig froh, dass ich die Uhr doch vor dem Mülleimer gerettet hatte. Nun konnte der Innenausbau beginnen.

Natürlich sollte es wieder ein Nähzimmer werden. Was denn sonst? Schließlich soll das Uhrengehäuse ja wieder zurück zu Ute - der Patchworkerin.

Im Nähzimmer gibt es vieles, was man für das Patchworken braucht. 

Alles ist wieder aus vorhandenen Materialien wie Pappe, Papier, Stoffreste Zahnstocher, Holzperlen, Knopf, Stickgarn, Farbe und Kleber zusammengefügt. 

Die Beschriftung der 1,5 cm großen Bücher wurde aus Patchworkzeitschriften ausgeschnitten. 

Die Nähmaschine, die Kaffeetasse und die kleine Schere sind diesmal allerdings aus dem Bastelladen.  


 


 

Das Innenleben der Uhr, bestehend aus Uhrwerk, Zifferblatt, Zeiger usw., ist natürlich in den Karton mit der Aufschrift "Allerlei Bastelkram" gewandert. Denn Frau weiß nie, wofür es mal gebraucht werden könnte.  


Weil die alte Uhr glücklicherweise doch noch aus dem Müll gerettet wurde, streiche ich das Feld "Glück gehabt" bei Anitas BINGO




Mal schauen, ob Ute sich über ihre alte/neue Uhr freut. 


Dienstag, 17. März 2026

Gemeinsam...

... statt einsam – das trifft auch auf Patchwork zu. 


Unsere Patchworkgruppe, die sich im Museum Kloster Veßra trifft, näht in diesem Jahr wieder gemeinsam an einem Projekt. Wir machen mit beim Sew-Along 2026  der Patchworkgilde. Titel: Log Beauties.

 

 

Jede Woche bis Mai wird auf der Seite der Gilde  ein neuer Block mit Nähanleitung veröffentlicht.

Bisher gibt es bereits sechs Blöcke, fünf davon haben wir schon genäht.

 

Am vergangenen Sonnabend haben wir bei unserem monatlichen Nähtreffen ein kleines „Show and Tell“ mit unseren bisherigen Arbeiten gemacht. 

 

 

Es ist spannend zu sehen: Die gleichen Blöcke – und doch ganz unterschiedlich, weil jede andere Stoffe verwendet hat. 

 

 

 

Besonders schön finde ich, dass die eine oder andere die Blöcke auch individuell abgewandelt hat. 

 



Ich habe da eine Idee: Wenn das Wetter wieder schöner wird, bringe ich eine Wäscheleine zu unserem Treffen mit. 

 

Die Leine spannen wir dann zwischen die großen Bäume und hängen alle unsere Blöcke daran auf – so entsteht eine winzig kleine Ausstellung.

 

 

Mittendrin stellen wir unseren Tisch auf, denn bei schönem Wetter verbringen wir unsere Mittagspause sowieso immer draußen in der Sonne.

 

 

Hach, ich freue mich jetzt schon darauf!







 


Am meisten freue ich mich aber darauf zu sehen, was jede Einzelne am Ende aus ihren Blöcken macht. Erste Zeichnungen und Ideen habe ich schon gesehen – das macht es richtig spannend.

Bleibt also auch ihr neugierig!

Es grüßt euch 

P.S.: Ein paar Frauen aus unserer Gruppe kennen das Nähen auf Papier noch nicht oder mögen es nicht besonders. Aber gerade in der Gruppe bekommt man immer wieder Unterstützung. Selbst die anfänglichen Zweiflerinnen haben sich schließlich entschieden mitzumachen – auch wenn es anfangs etwas mühsam ist.

Deshalb kann ich mit dem heutigen Post ein Häkchen bei Anitas Bingo im Feld „Raus aus der Komfortzone“ setzen. 

Und das Schönste: Inzwischen sind alle froh, dass sie sich darauf eingelassen haben.