Das Wetter war eher so lala.
Deshalb verbrachte ich an den Feiertagen viel Zeit im Wintergarten. Wenn es sonnig ist, steigen die Temperaturen auch im April am Nachmittag schnell auf 25 Grad. Angenehm, um zu lesen, zu sticken, Hörbuch zu hören oder auch mal ein Nickerchen zu machen.
Ich freue mich jedes Frühjahr darauf, den Wintergarten für die Nutzung zu säubern und Ordnung zu machen. Das ist allerdings der letzte Raum, der beim Frühjahrsputz an der Reihe ist. Der Grund ist, dass unsere Pflanzen aus der Garage rechtzeitig in den hellen Wintergarten umziehen. Oleander, Fuchsien, Pelargonien und allerlei Schalen mit Samen stehen dann dort.
Auch unsere Äpfel aus dem Garten werden hier im Winter frostfrei gelagert, denn im Keller ist es zu trocken.
Denn unser Wintergarten ist kein schickimicki Wintergarten mit Klimaanlage und Heizung – nein, er ist selbst gebaut von meinem Herrn L. und bereits Ende der 70er Jahre mit dem Hausbau entstanden. Zuerst war es nur eine Terrasse, dann kam ein Dach dazu, und später wurden Fenster eingesetzt.
Im Laufe der Jahre wurde immer wieder erneuert und umgestaltet, und über die gesamte Zeit von Frühjahr bis Herbst ist er unser eigentliches Wohnzimmer. Er ist recht groß, mit einer gemütlichen Couch. Hier ist auch (auf meinen Wunsch hin) eine TV-freie Zone, was ich sehr liebe.
Von Frühjahr bis Herbst wird hier gefrühstückt, das Mittagessen eingenommen und auch Abendbrot gegessen. Sollte es im Sommer sehr warm sein, sind wir nur zwei Schritte weiter draußen auf der richtigen Terrasse. Es ist alles ebenerdig und auch für meinen Herrn L. gut erreichbar, seitdem er nicht mehr so gut zu Fuß ist.
Über Ostern habe ich fast täglich gestichelt – an meinen Miniatur-Hexis. Kurz vor Ostern lag die neueste Ausgabe der Patchwork Professional im Briefkasten, und so stand einer schönen, entspannten Zeit nichts mehr im Weg.
Weil Renate von Verquilts in ihrem letzten Beitrag ebenfalls darüber geschrieben hat, zeige ich euch mal, welchen Stoff ich für die Hexis verarbeite. Auch ich habe in den 90ern alle Patchworkläden angeschrieben, die Anzeigen in diversen Handarbeitszeitschriften geschaltet hatten. Sie boten meist kostenlose Stoffmuster an, und viele davon sind in meinem Bestand gelandet. Einige habe ich anderweitig verwendet, aber es waren noch viele übrig – genau groß genug für meine Hexis.
Schaut mal auf das Etikett: Es ist beschriftet mit „Weihnachtskatalog 1998/99“ von einem Shop in Wien.

Den Laden gibt es sogar noch, allerdings ohne Patchworkstoffe im Angebot.
Nun sind die Osterfeiertage vorbei, das Nähzeug wurde beiseite geräumt, denn jetzt geht es im Garten in großen Schritten los. Die Natur ist bei uns noch sehr verhalten: Der Bärlauch hat noch keine Erntegröße erreicht, und die Magnolienknospen zeigen gerade erst etwas Farbe.
Ich mag diese Jahreszeit sehr und freue mich – nicht nur, weil die Natur es braucht – auch über zwei oder drei Regentage.
Denn mein Reste-Haxgonquilt muss noch weiter wachsen.
PS: Ich verlinke zu Annis BINGO und streiche das Feld "Ostern".















