Mittwoch, 22. Februar 2017

...ich hab´geträumt heut´ Nacht, die ganze Nacht, heut´ Nacht...

Wenn ich in der Nacht nicht schlafen kann, versuche ich es nicht mit Schäfchenzählen. Damit habe ich keinen Erfolg. Nein, ich gehe in Gedanken meinen Stofffundus durch und überlege, welche Stoffe ich in einem meiner nächsten Projekte verarbeiten könnte. Für jede neue Näherei brauche ich dann aber noch passende weitere Stoffe und ich überlege und überlege und überlege und komme zu dem Ergebnis, dass ich mal wieder nicht die passenden habe. Und dann passiert es, dass ich doch einschlafe und von einer Stoff- Freihaus-Lieferung träume.

So ist es gewesen in der letzten Nacht.

Ich hab dann mal ganz schnell ein Foto von meinem Traum gemacht und das möchte ich euch natürlich unbedingt zeigen.
  
 Was wohl die neugierige Nachbarin darüber denken mag???

Sonntag, 19. Februar 2017

Manchmal kommt es anders als gedacht…


Vor ein paar Tagen hab ich mich ganz spontan zu einem Stoffkauf entschlossen. Gut, dass just in dem Moment, als ich aus dem Auto steigen wollte, mein Göttergatte auf seinem Handy angerufen wurde. Also würde er gar nicht merken, wie lange ich in dem Geschäft verweile. Wie das manchmal (oder oft) so ist, geht „frau“ in den Laden und will eigentlich nur ein paar Nähmaschinennadeln kaufen. Ich stellte mir wie oft die Frage, warum kaufst du wieder nur ein Päckchen- klar, damit frau ganz schnell wieder Grund hat, in so eine Geschäft gehen zu müssen. Es hört sich doch viel besser an, wenn man zu seinem Göttergatten sagt, ich brauche Nadeln, statt zu sagen, ich brauche Stoff. Und dann geht frau nicht zielgerichtet zum Regal mit den Nadeln. Auf dem Boden sind keine Pfeile eingezeichnet sind, die die Richtung weisen, uns so geht man gewollt Umwege und wählt nicht den kürzesten Weg. In manchen Kaufhäusern hasse ich es, dass es keine kurzen Schleichwege gibt. Aber im Stoffladen liebe ich solch langen Pfade.

Beim Durchschlendern fiel mein Blick auf einen ganz im untersten Fach liegenden Stoffballen, der mir schier entgegen „leuchtete“. Ein feines Stöffchen mit tollen Bordüren und einem sehr schönen Golddruck. Eigentlich ist so ein Glitzerkram so gar nicht meins, aber dieser Stoff hat sofort mit mir „gesprochen“. Ich wusste genau, dass ich noch farblich passenden Unistoff dazu im Schrank hatte und kaufte, obwohl er s…teuer war, spontan zwei Meter.

Zu Hause legte ich die Stoffe nebeneinander und alles passte farblich so perfekt, dass ich richtigen Freudendaumel spürte. Ich wusste genau, was ich daraus nähen wollte: Ein weiteres Projekt, geschnitten mit meinem neuen Kaleido- Lineal.
Ich probierte wieder mit dem Grafikprogramm auf dem PC verschiedene Varianten. Dann entschied ich mich, doch nur zwei Unistoffe mit dem Golddruck zu vernähen.
Drei unterschiedliche Blöcke wurden benötigt.
Das Teil sollte wie ein Medaillon aufgebaut sein, also keine einfache Wiederholung der immer gleichen Blöcke. Deshalb war eine genaue Planung unumgänglich.  Um so wenig Verschnitt wie möglich zu haben wurde schon vor dem Kauf nachgesehen, ob die beiden Bordüren eine gleiche Breite haben. Dem war zum Glück so. Dadurch war es möglich, den Stoff maximal zu nutzen.

 







Da mein Kaleidoskop- Lineal nur die kleine Ausführung ist reichte die eingezeichnete Skala nicht aus. Deshalb habe ich auf der Rückseite einfach noch zwei Linien dazu gezeichnet und, damit sie nicht verwischen, mit einem Streifen Tesa überklebt.

So konnte ich perfekte Dreiecke aus den Bordüren schneiden und hatte keinerlei Stoffverlust. 


Um die Wirkung der Bordüre mit den Uni- Stoffen zu testen legte ich vor dem weiteren Zuschneiden die Stoffe probehalber zusammen und entschied mich für blau und olivgrün.

Dann wollte ich eigentlich durchrechnen, wie viel Teile ich benötige und alles erst schneiden. Gut, dass ich das nicht getan habe. Denn ich musste feststellen, dass das Design der beiden Bordüren nicht an allen Stellen des Medaillons gut aussah und ich Teile immer wieder hin und her tauschte. Nach dem Fertigstellen des Mittelblocks musste ich erkennen, das die wunderschöne Wirkung des Golddruckes völlig verloren war. Egal, aus welcher Sicht ich es betrachtete, es wirkte gar nichts mehr. Die Enttäuschung ist erstmal groß.
Schade, nun muss ich erst einmal ein paar Tage verstreichen lassen, bevor ich weiter mache. Es wird wohl nun um den Mittelblock Runden geben, aus Bordüre und Uni- Stoffen. Der Medaillon- Charakter bleibt bestehen, aber das Ergebnis wird nicht so sein wie unsprünglich geplant.

Nun habe ich erstmal alles zur Seite gelegt und beschäftige mich mit der notwendigen Hausarbeit. Mit der Bügelwäsche, mit dem Staubwischen und mit den Schmutz auf den Fenstern. Obwohl - es ist ja noch Winter und rausschauen kann man doch auch noch!!!

Übrigens, geht es euch auch manchmal so? Man will putzen und dann stolpert man so ungünstig, dass man plötzlich an der Nähmaschine sitzt?

Samstag, 11. Februar 2017

Illusion- ein erfolgreicher Kurstag

Nach einer Idee von Caryl Bryer Fallert hatten wir bereits beim letzten Treffen diesen Quilt begonnen. Ich versuche eigentlich immer, in alle Anleitungen, die nicht von mir entwickelt wurden, eine eigene Note einzubringen. Deshalb wurde (auch in Ermangelung der notwendigen 24! unterschiedlichen Stoffe) dieser Quilt mit dem Titel Illusion aus einem Meter Farbverlaufs-Stoff angefertigt. Gefunden habe ich ihn im Stoffladen Fussl& Klex. Dort gibt es noch andere schöne Stoffe mit Farbverlauf. Und natürlich noch viiiiiiele andere schöne Patchworkstoffe. 
Ich hatte die Schablonen so gemacht, dass dieser Stoff genau ausreichend war. Und stellt euch vor, es hat sogar so funktioniert, wie von mir gedacht. Ich hatte diesmal entgegen meiner sonstigen Arbeitsweise vorher kein Probestück genäht. 
Meine Kursmädels waren alle stolz und präsentieren hier ihre(teilweise noch unfertigen) Quilts.

Das Quilten wird als Hausaufgabe gemacht.
Und dann geht es im März weiter, leider an einem neuen Standort, mit einem neuen Thema - aber mit den gleichen Mädels. 

Ich freue mich auf euch!

Mittwoch, 1. Februar 2017

Kursvorbereitung - Nähen auf Papier



 Da einige meiner langjährigen Kursdamen nun auch in Sachen Internet unterwegs sind, gab ich ihnen den Tipp, doch mal bei Pinterest vorbei zu schauen. Nun kommen sie ständig mit Fotos von Dingen in den Kurs, die sie toll finden und nähen wollen. So wollten sie auch einen Läufer nähen, der aus Dreiecken besteht, die mit der Nähen- auf- Papier- Methode gemacht war. Diese Technik hatte ich ihnen vor langer Zeit mal  an einer kleinen Arbeitsprobe gezeigt, aber einige weigerten sich, das weiter zu verfolgen, weil ihnen das Umdenken schwer fiel. Sie nähten immer auf dem Stoff, nicht auf der Papierschablone.  Ich war als Kursleiterin machtlos- sie gaben auf.

Nun war es so, dass  ihnen allen das Teil aus dem Internet gut gefiel und sie wollen es noch mal angehen. Dafür habe ich nun eine Papierschablone entwickelt, die nicht so schmale Streifen hat und deshalb nicht so aufwändig ist. Einen Probeblock habe ich schon mal genäht, damit sie sehen, wie es aussehen könnte. Und  weil sie nicht so viele Stoffe im Farbverlauf haben, habe ich zu einem Trick gegriffen. 
Diesen Trick, die Rückseite von Stoffen zu verwenden, wenn die Farbe oder das Muster zu kräftig erscheint, habe ich schon mehrmals angewandt. Seht doch selbst, es sind drei Stoffe, aber sechs Farbabstufungen, genial, oder?


Die 6 Dreiecke sind erstmal aneinander genäht. Weiter passiert vor dem Kurs nichts, denn ich will die Näharbeit auch von hinten zeigen können, denn auch Fehler sind manchmal beim Zeigen hilfreicher als nur ein Hinweis darauf.  Mein Motto ist: Kein Fehler ist zu groß, um nicht noch als hilfreiches Beispiel dienen zu können.



Weil ich beim Nähen in dieser Technik nie den Blick ins Licht versäume, um zu testen, ob das Stückchen Stoff auch groß genug ist, lohnt sich dieser Blick am Ende auch. Die Nahtzugaben sehen im Licht doch wie ein Bleiglasfenster aus, oder?

Noch eine weitere Variante. Gleiche Teile, nur eine andere Anordnung.