Sonntag, 19. Februar 2017

Manchmal kommt es anders als gedacht…


Vor ein paar Tagen hab ich mich ganz spontan zu einem Stoffkauf entschlossen. Gut, dass just in dem Moment, als ich aus dem Auto steigen wollte, mein Göttergatte auf seinem Handy angerufen wurde. Also würde er gar nicht merken, wie lange ich in dem Geschäft verweile. Wie das manchmal (oder oft) so ist, geht „frau“ in den Laden und will eigentlich nur ein paar Nähmaschinennadeln kaufen. Ich stellte mir wie oft die Frage, warum kaufst du wieder nur ein Päckchen- klar, damit frau ganz schnell wieder Grund hat, in so eine Geschäft gehen zu müssen. Es hört sich doch viel besser an, wenn man zu seinem Göttergatten sagt, ich brauche Nadeln, statt zu sagen, ich brauche Stoff. Und dann geht frau nicht zielgerichtet zum Regal mit den Nadeln. Auf dem Boden sind keine Pfeile eingezeichnet sind, die die Richtung weisen, uns so geht man gewollt Umwege und wählt nicht den kürzesten Weg. In manchen Kaufhäusern hasse ich es, dass es keine kurzen Schleichwege gibt. Aber im Stoffladen liebe ich solch langen Pfade.

Beim Durchschlendern fiel mein Blick auf einen ganz im untersten Fach liegenden Stoffballen, der mir schier entgegen „leuchtete“. Ein feines Stöffchen mit tollen Bordüren und einem sehr schönen Golddruck. Eigentlich ist so ein Glitzerkram so gar nicht meins, aber dieser Stoff hat sofort mit mir „gesprochen“. Ich wusste genau, dass ich noch farblich passenden Unistoff dazu im Schrank hatte und kaufte, obwohl er s…teuer war, spontan zwei Meter.

Zu Hause legte ich die Stoffe nebeneinander und alles passte farblich so perfekt, dass ich richtigen Freudendaumel spürte. Ich wusste genau, was ich daraus nähen wollte: Ein weiteres Projekt, geschnitten mit meinem neuen Kaleido- Lineal.
Ich probierte wieder mit dem Grafikprogramm auf dem PC verschiedene Varianten. Dann entschied ich mich, doch nur zwei Unistoffe mit dem Golddruck zu vernähen.
Drei unterschiedliche Blöcke wurden benötigt.
Das Teil sollte wie ein Medaillon aufgebaut sein, also keine einfache Wiederholung der immer gleichen Blöcke. Deshalb war eine genaue Planung unumgänglich.  Um so wenig Verschnitt wie möglich zu haben wurde schon vor dem Kauf nachgesehen, ob die beiden Bordüren eine gleiche Breite haben. Dem war zum Glück so. Dadurch war es möglich, den Stoff maximal zu nutzen.

 







Da mein Kaleidoskop- Lineal nur die kleine Ausführung ist reichte die eingezeichnete Skala nicht aus. Deshalb habe ich auf der Rückseite einfach noch zwei Linien dazu gezeichnet und, damit sie nicht verwischen, mit einem Streifen Tesa überklebt.

So konnte ich perfekte Dreiecke aus den Bordüren schneiden und hatte keinerlei Stoffverlust. 


Um die Wirkung der Bordüre mit den Uni- Stoffen zu testen legte ich vor dem weiteren Zuschneiden die Stoffe probehalber zusammen und entschied mich für blau und olivgrün.

Dann wollte ich eigentlich durchrechnen, wie viel Teile ich benötige und alles erst schneiden. Gut, dass ich das nicht getan habe. Denn ich musste feststellen, dass das Design der beiden Bordüren nicht an allen Stellen des Medaillons gut aussah und ich Teile immer wieder hin und her tauschte. Nach dem Fertigstellen des Mittelblocks musste ich erkennen, das die wunderschöne Wirkung des Golddruckes völlig verloren war. Egal, aus welcher Sicht ich es betrachtete, es wirkte gar nichts mehr. Die Enttäuschung ist erstmal groß.
Schade, nun muss ich erst einmal ein paar Tage verstreichen lassen, bevor ich weiter mache. Es wird wohl nun um den Mittelblock Runden geben, aus Bordüre und Uni- Stoffen. Der Medaillon- Charakter bleibt bestehen, aber das Ergebnis wird nicht so sein wie unsprünglich geplant.

Nun habe ich erstmal alles zur Seite gelegt und beschäftige mich mit der notwendigen Hausarbeit. Mit der Bügelwäsche, mit dem Staubwischen und mit den Schmutz auf den Fenstern. Obwohl - es ist ja noch Winter und rausschauen kann man doch auch noch!!!

Übrigens, geht es euch auch manchmal so? Man will putzen und dann stolpert man so ungünstig, dass man plötzlich an der Nähmaschine sitzt?

Kommentare:

  1. Tja, liebe RELA, das ist mir beim Putzen auch schon passiert, und nicht nur einmal. Allerdings hatte ich dann die Stricknadeln in der Hand. Aber was solls, meine Oma hat immer gesagt, man sollte das Wichtige zuerst machen. Ich schau gern bei dir vorbei, mein Blog besteht bisher nur in meiner Planung. Immer, wenn ich dran arbeiten will stolpere ich und ...
    Es grüßt dich Monika

    AntwortenLöschen
  2. Gut gestolpert, ist hier auch so. Gut wenn man das Projekt noch in der Hand hat und die Entscheidung, es abzuändern. Bin gespannt, wie es weiter geht damit.
    Herzliche Grüße aus Suhl
    Ute

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Ute, ich grüße zurück. Kommst du am 6.August nach Kloster Vessra? Grüße von Rela

      Löschen
    2. Liebe Regina,
      am Wochenende hatten wir Besuch, ich bedaure sehr, dass ich mich nicht weg geschlichen habe ein paar Quilts an die Leine geklammert und Cupcakes feil geboten habe.
      LG Ute

      Löschen
  3. Zeigst du uns später, was aus dem Stoff geworden ist. Grüße von Ellen

    AntwortenLöschen