Am
Samstag habe ich mich nach dem Kurs mit der Familie zum Abendessen
getroffen. Meine Schwester Jana mit Mann und unser Bruder mit Frau und
Sohn kamen, um mich abzuholen. Meine Geschwister wohnen ja dort alle
fast um die Ecke.

Nach einem guten Essen im Schatten alter Bäume
machte Jana den Vorschlag, doch noch in Coburg einen
Verdauungsspaziergang zu machen.

Wer es nicht weiß, Coburg ist eine schöne Stadt mit wunderbarer Architektur, einer Burg, Theater, Kinos,
Museen, Hochschule …und mit sehr viel Geschichte.
Zitat: Im Herzen Deutschlands zwischen dem Thüringer Wald und dem
Oberen Maintal liegt Coburg, Residenzstadt des einstigen Herzogtums
Sachsen-Coburg und Gotha, das mit seiner Heiratspolitik die
Herrscherhäuser Europas eroberte und dynastische Weltgeschichte schrieb.
Die berühmteste Heirat wurde zwischen Queen Victoria von Großbritannien
und Prinz Albert von Sachsen-Coburg geschlossen.
Die 4 Coburger Herzogsschlösser - Veste Coburg, Schloss Ehrenburg,
Schloss Callenberg und Schloss Rosenau - spiegeln diese Geschichte
eindrucksvoll wider. Martin Luther fand fast ein halbes Jahr auf der
Veste Coburg Zuflucht; der Walzerkönig Johann Strauss wurde wegen Liebe
Coburger Bürger, und zahlreiche Persönlichkeiten gingen im Hoftheater
ein und aus.
International bedeutende Kunstsammlungen - Gemälde, Kupferstiche,
Waffen, Rüstungen, Glas, Kutschen und Schlitten-, Puppen- und
Spielzeugmuseen, das historische Weihnachtsmuseum, das europäische
Museum für modernes Glas und die weltberühmten M.I.Hummelfiguren sind
weitere Highlights.
Zahlreiche Konzerte, Opern, Operetten und Musicals im Landestheater,
die dreijährig statt findenden Johann-Strauss-Musiktage, Nordbayerns
größte Gourmetparty - das Schlossplatzfest, Mittelalterveranstaltungen
auf der Veste Coburg, Kunsthandwerkermärkte, Oldtimertreffen und
Oldtimerralleys, der Coburger Klößmarkt und der Coburger Weihnachtsmarkt
füllen den Coburger Kulturkalender.
Und heute schreibt Coburg wieder Weltgeschichte: als
"Sambahauptstadt" Europas mit dem größten Sambafestival außerhalb
Brasiliens!
Coburg
war vor der Wende für uns immer ein Sehnsuchtsort, der unerreichbar
schien, obwohl nur 12 km von dem Dorf entfernt, in dem wir aufgewachsen sind. Dort wohnten alle Verwandten
mütterlicherseits, die man nicht treffen konnte, weil die unüberwindbare innerdeutsche Grenze dazwischen war.

Unsere Mutter absolvierte ab 1940 in diesem Haus eine Ausbildung zur Schneiderin. Ganz oben befand sich ihre Lehrwerkstatt.

Jana
wusste von einer Änderungsschneiderei in einer Nebenstraße, deren
Garten sie uns unbedingt zeigen wollte. Der gesamte Garten am Hang ist mit alten
Nähmaschinen und Nähutensilien dekoriert. Ich glaube, dass da fast 20 Nähmaschinen stehen.


Wir
schlenderten durch Nebenstraßen und Gassen. Obwohl ein warmer
Samstagabend, waren nicht alle Terrassen der Gastronomie in Betrieb.
Überall
fehlen die Mitarbeiter. Wo sind sie nur alle hin???

Unser Gang führte uns auch zu zwei italienischen Eisdielen und schließlich
saßen wir dann noch zum Tagesausklang gemütlich zusammen in einem
Biergarten.

Ihr
werdet es evtl. nicht nachvollziehen können, aber ich fühlte mich,
obwohl ich vom Tag total geschafft war, wie ein wenig im Urlaub. So eine
geballte Abwechslung hatte ich lange nicht.
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Das Bratwurstmännchen auf dem Rathaus.
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Dem
Volksglauben der Coburger nach überwacht die Figur mit ihrem
„Bratwurstmaß“ die Größe der auf dem Markt gebratenen Bratwürste. Diese
sollten im Rohzustand die Länge von 31 Zentimetern besitzen. Historisch ist diese Geschichte aber nicht belegt.
Das Besondere an der Coburger Bratwurst: Sie wird auf
offenem Feuer über Kiefernzapfen gegrillt - was ihnen ein besonders würziges Aroma
verleiht.
Erst
spät waren wir zu Hause. Ich war wirklich geschafft, aber zufrieden mit
dem Tag, der so ganz anders war, als die üblichen zu Hause.
Nebenbei möchte ich noch erwähnen, dass einer meiner Quilts, die im Kunstverein
Coburg vor der Sommerakademie ausgestellt wurden, tatsächlich verkauft
wurde.

Es
ist der Quilt mit der Häuserspirale, der Besuchern aus Frankfurt sehr gefallen hat. Etwas
wehmütig war mir schon, als ich den Quilt das letzte Mal in den Händen
hielt.
Und
noch etwas Kurioses. Am Freitag bei der Anreise stand eine Besucherin
des Museums neben meinem Auto, als ich mein Kursmaterial auspackte. U.a.
war da auch eine volle große, selbstgenähte Tasche aus alten Jeans dabei. Spontan kam die Dame auf mich
zu und fragte mich, ob ich ihr die Tasche verkaufen würde.
Ich überlegte nicht lange. Ich packte die Tasche aus und sie wechselte gleich ihre Besitzerin.
Ganz schön verrückt, oder?
Das war es dann schon mit diesem Auswärtswochenende.
Vielen Dank für die Kommentare auf die anderen Posts. Auch Danke für die Mails, die mich erreicht haben, da es immer noch Probleme zu geben scheint mit dem Kommentieren. Auch mir geht es nicht anders auf anderen Blogs.
Passt gut auf euch auf!