So, nun liegt er unter der Nähmaschinennadel – der Ziel-Quilt!
Es ist der Hundertste und damit habe ich mein selbst gesetztes Ziel erreicht.
Für alle, die hier nur gelegentlich lesen: Inzwischen sind es 100 Quilts, die ich dem Kinderhospiz Mittelthüringen und dem Kinder- und Jugendheim Benshausen als Spende übergeben konnte.
Begonnen hat alles im Dezember 2021 mit einer Idee und dieser Bitte.
Meinem Aufruf sind dann viele Menschen gefolgt! Ich habe ganz, ganz viele der gewünschten Blöcke erhalten. Dazu kamen Stoffe mit Kindermotiven, Blöcke, die bei anderen Projekten übrig geblieben waren, bereits genähte Tops und sogar einige fertige Quilts. Auch Stoffe für die Rückseiten haben mir einige Frauen geschickt. Und dann waren da noch 32 Männerhemden, die ich zerlegt und verarbeitet habe, weil die Stoffe daraus wunderbar „jungstauglich“ waren.
Die Sendungen kamen aus Deutschland, Österreich, Belgien und der Schweiz. Sie kamen von Menschen, die ich persönlich gar nicht kannte, die einfach Leserinnen meines Blogs waren und sich an dieser Aktion beteiligen wollten.
Dafür kann ich gar nicht genug Danke sagen!
Auch die Schokolade, die in manchen Päckchen steckte, hat mich an manchem Tiefpunkt wieder motiviert. Denn einfach war das alles nicht. Es war manchmal kniffelig, die vielen Stoffe und Blöcke zu sortieren und so zu ordnen, dass ich beim Nähen den Überblick behielt. Ich habe gesichtet, geordnet, zusammengestellt, genäht, wieder aufgetrennt, gequiltet und an unzähligen Abenden das Binding angenäht.
Wenn ich überschlage, dass ich mindestens 90 der Quilts komplett selbst genäht habe, dann wird es Zeit für ein bisschen Statistik. Achtung, jetzt kommen Zahlen!
Die Statistik zum Hundertsten
Größe der Quilts: zwischen 1,35 × bis 2 m (einzelne etwas kleiner)
Vlies: rund 3 m² pro Quilt, insgesamt also etwa 270 m²
Rückseitenstoff: noch einmal die gleiche Menge
Binding: pro Quilt etwa 6,5 bis 7 m, mit wenig Ausnahmen von Hand angenäht. Das macht insgesamt mehr als 600 m!
Da ich meistens nach der Quilt-as-you-go-Methode gearbeitet habe, kommen noch die Handnäharbeiten an den Zwischenstreifen auf der Rückseite dazu. Die kann ich allerdings nicht beziffern, denn die Längen waren von Quilt zu Quilt zu unterschiedlich.
Aber ich denke, dass ich insgesamt ziemlich nah an die 1.000 Meter Handnäh-Stiche herankomme.
Wenn ich mir das so vor Augen führe, ist das schon eine beachtliche Strecke! Und ohne die vielen Menschen, die mich mit Stoffen, Blöcken, Tops, fertigen Quilts, Hilfe beim Nähen und Quilten und vielen Mails mit guten Worten unterstützt haben, wäre das alles nicht möglich gewesen.
Ein ganz herzliches Dankeschön an euch alle!
Und nun noch ein paar abschließende Fotos.
Das war der Plan. Kunterbunt sollte es werden.
Blöcke von unterschiedlichen Projekten verschiedener Frauen wurden zu Quilts.
Eines der gesendeten Tops, welches noch auf die richtige Größe erweitert wurde.
Jungstaugliche Stoffe aus abgelegten Männerhemden der Verwandschaft ergaben kuschelig-weiche Quilts.
Entgegen meiner sonstigen Art habe ich bei den Stapeln die Decken so gefaltet, dass die Vorderseiten sichtbar waren. Ich habe mich dann immer bis zum Auszug der Quilts daran erfreut.
Über die 5 Jahre des Nähens habe ich Unmengen an Stoffresten verarbeitet - eine von mir geliebte Art, aus kleinen Stoffteilen große Flächen zusammen zustellen. Ich liebe diese bunten, fröhlichen Designs.
Das Jahr über stand oft im Wintergarten oder auf der Terrasse meine kleine Singer- Featherweight und eine Kiste mit Resten, um zwischendurch ein paar Teile wild aneinander zu fügen. Auch bei den monatlichen Nähtreffen wurden solche Patches gemacht.
Das waren immer meine liebsten Fahrten.
Und wenn ein Quilt fertig war lagen schon die Idee und die Stoffe für den nächsten bereit.
Denn diese Näh-Aktion war für mich selbst zu einem Herzensprojekt geworden.
Weil ich noch viel Material zum Vernähen hatte, habe ich nach einer Nähpause mit dem Kinderheim in Benshausen Kontakt aufgenommen. Sie waren begeistert von meiner Idee und dem Engagement der vielen Stoffspenderinnen.
Also durfte ich weiter nähen.
So sah dann die erste Übergabe im Kinderheim aus.
Die folgenden Quilts gingen dann ausnahmslos an dieses Kinderheim und wurden sehr gerne entgegengenommen. Sie gehen in das Eigentum der Kinder über und dürfen, wenn sie das Heim wieder verlassen dürfen, mitgenommen werden.
Die letzten werden noch vor Weihnachten dorthin gebracht.
Das ist jetzt das Ende der Geschichte hier im Blog, aber noch nicht das Ende des Nähens. Erstmal möchte ich jetzt wieder ein paar kleine Dinge nähen, wenn es Motivation und Zeit dafür geben sollte. Aber immer noch ist Stoff da, der nach mir und meiner Nähmaschine ruft. Ich werde das Rufen irgendwann erhören und wieder Quilts nähen. Aber das einzige Ziel, welches ich mir setze, ist, den Bestand an Stoffen zu reduzieren. Egal, was daraus wird.
Ich wünsche euch eine wunderbare Zeit an eurer Nähmaschine, vielleicht mit dem Blick auf die farbenfrohen Blätter draußen an den Bäumen.
Passt gut auf euch auf!






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