Was war das für eine Freude, als es feststand, dass wir fahren können. Wir hatten ein langes Wochenende vor uns. Wir, das waren meine Schwester Jana mit Partner, unser Bruder mit Ehefrau und mein Herr L.
Bereits am Freitag wurden die ersten Ausstellungen besichtigt.
Schon im Kulturkraftwerk waren wir geflasht von den Quilts des Künstlers Scott Culley.
Am Samstag gab es dann getrenntes Damen- und Herrenprogramm. Wir drei Frauen gingen in die Ausstellungen, unsere Männer fuhren zum Brocken, dem Gipfel des Harzes. Sie freuten sich, dass sie ein wunderbares Wetter mit einer tollen Weitsicht hatten.
Mein Dank geht hier an Bruder und Schwager, die sich liebevoll um meinen Herrn L. kümmerten, so dass er auch mit zum Brocken fahren konnte. Ich konnte ohne Sorge mit den Frauen so ganz mein "Ding" machen und in Ruhe die Ausstellungen ansehen. Zwischendurch ein Eis im Straßencafe´ mit Livemusik auf dem Marktplatz war wie Urlaub.
Goslar als Stadt ist wirklich eine Augenweide.
Die alte Architektur ist wunderbar erhalten und sehenswert.
Ob die Häuser, die heute gebaut werden, auch so viele Jahrhunderte bestehen??? Ich denke nicht.
Nicht nur die Fassaden sind sehenswert. Die kleinen Details, die man vielleicht beim schnellen Vorübergehen nicht sieht, machen den Charme einer Altstadt aus.
Überall gab es freundliche Gesichter.
Sogar an der Dekoration merkte man, dass Gäste willkommen sind.
Auch auf die Sicherheit der Besucher wird geachtet. Die Menschen waren früher etwas kleiner. Für die heutigen Besucher hat man an niedrigen Türen einen Schutz angebracht, damit sich keiner den Kopf stößt.
Erst musste ich überlegen, was da für ein Sinn dahinter ist. Da ich recht klein bin,hätte ich das nicht gebraucht.
Ebenso scheint in Goslar, wie überall im Land, Personalmangel zu herrschen. Sehr kreativ haben manche Geschäfte dafür eine Lösung dafür gefunden und auf außergewöhnliche Mitarbeiter zurückgegriffen.
In keiner Stadt bisher habe ich bei den Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel so wunderbare Sitzmöglichkeiten für die wartenden Fahrgäste gesehen. Goldene Stühle - wirklich kaiserlich.
Wenn man aufmerksam durch die Stadt geht, sieht man nicht nur wundervolle Architektur, sondern auch viel Kunst im öffentlichen Raum.
Wenn ich heute durch Ausstellungen gehe, ist es anders als vor Jahren. Früher wollte ich unbedingt viele Fotos als Ausbeute zum Anschauen aufnehmen. Nun genieße ich jeden einzigen Quilt den ich sehe, schaue nicht nur nach der Harmonie der Farben, sondern auch auf das Handwerkliche.
In Bezug auf die Präsentationen in Goslar könnte ich nicht sagen, welche Ausstellung mir am besten gefallen hat.
Oder doch?
Sehr beeindruckend waren die roten Quilts anlässlich des 40. Geburtstag der Patchworkgilde.
Bei kleinen Details fiel es sehr schwer, das Schild Bitte nicht berühren zu beachten.
Die Ausstellung der EQA-Miniquilts zum Thema "Birds" zeigte eine Fülle von Ideen, das Thema Vogel aufzugreifen und textil umzusetzen. Wunderbar.
An den textilen Schöpfungen der Gruppe Alküns konnte ich mich nicht satt sehen. Auch die Gespräche mit den Damen der Gruppe waren sehr bereichernd.
Kann es sein, dass die Ausstellung "Frauen" oder die Stickereien von Renate Wilde die schönsten waren?Natürlich waren auch die Arbeiten des Patchworknachwuchses mehr als beeindruckend.
Seht ihr, man kann sich nicht entscheiden.
Also schließe ich meinen Bericht ohne eine Wertung. Es war für jeden etwas dabei. Traditionelles und modernes, aussagekräftiges und nachdenkliches, großes und kleines, sehr skuriles und sogar bewegliches aus ganz vielen Fäden.
Am Sonntag war dann wieder gemeinsame Zeit mit unseren Männern geplant. Wir gingen noch einmal in die Altstadt, zur Kaiserpfalz und machten eine Rundfahrt mit einer Stadt- Bahn. Da bekamen wir viele Informationen, die man sich sonst nicht erlesen kann. Außerdem kamen wir so in Nebenstraßen, die sonst nicht der Weg von Touristen sind.
Fazit:
Die Kaiserstadt Goslar ist auch ohne Patchworktage eine Reise wert. Da kann man sicher viel tiefer eintauchen in die Geschichte und sich mehr dem Sehenswerten der Stadt widmen.
Es gibt viele kreative und talentierte Frauen (und vereinzelt auch Männer) in unserem Land, die sich der Textilkunst verschrieben haben. Viele davon spielen auf internationalen Bühnen eine Rolle.
Deshalb ist es mir unverständlich, dass deutsche Patchworkzeitschriften meist nur Porträts von ausländischen TextilkünstlerInnen drucken. Wir haben doch in Deutschland so viel Potenzial. Die Ausstellungen in Goslar haben es wieder gezeigt.
Es gibt auch Männer, die nicht nur als Begleiter ihrer Frauen
fungieren und sich auf den "Männerparkplätzen"
mit den Smartphones beschäftigen. Dieses Foto zeigt es: Auch Männer betrachten mit kritischem Auge das, was andere Frauen so
sticheln.
Seid nicht enttäuscht, dass es so wenige Fotos von Quilts hier gibt. Wo soll ich anfangen und wo aufhören. Ihr werdet in anderen sozialen Medien noch reichlich Möglichkeiten haben, sie zu betrachten.
Wir hatten in der Familie ein wunderbares Wochenende mit ganz langem gemeinsamem Frühstück, viel Austausch von Erinnerungen, gemütliche Abende bei Wein und Bier, geplanten Abläufen und spontanen Entscheidungen.
Jetzt heißt es, die Eindrücke sacken zu lassen und Pläne für die Nähzeit im Herbst und Winter zu machen, um gesammelte Inspirationen aus Goslar einfließen zu lassen.

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