Montag, 26. Januar 2026

Die Magie der kleinen Dinge

…so heißt ein Buch, welches ich mal gelesen habe und das nun auch als Film im TV gezeigt wurde.

In diesem Roman dreht sich alles um ein Puppenhaus und das Interieur dazu. 

Ihr wisst, ich mag Puppenhäuser und alles, was mit diesen Welten der Miniaturen zu tun hat. Meine gebastelte Patchwork-Puppenstube habe ich euch schon mal vorgestellt.

Nach wochenlanger Abstinenz in Sachen kreativem Tun, wollte ich endlich mal wieder etwas mit meinen Händen werkeln, was nichts mit Haushalt und anderen Pflichten zu tun hat. 

Meine Nähmaschine zickt etwas herum und ich kann mich einfach nicht aufraffen, sie zu verpacken und zur Reparatur zu verschicken. Aber meine Hände rufen nach Beschäftigung.

Beim Datteln am Handy, um Wartezeit beim Arzt zu überbrücken, sah ich im Internet eine Miniatur. Das gefiel mir, weil es so klein war, was sich da unter einer Glashaube geschützt befand. Dann kam mir eine Idee.

Ein paar schlaflose Nächte habe ich damit verbracht, Ideen zusammenzutragen und die Umsetzung in der Praxis zu durchdenken. Eine Collage wie ein Nähzimmer sollte es werden.

Vorhandene Materialien fielen mir ein, die ich verwenden könnte. Pappe, Papier, Holzspieße, Zahnstocher, Knöpfe, Stoff, Reste von anderen Basteleien …, alles Dinge, die im Bestand vorhanden waren.

Und dann fing ich einfach an. Als Erstes bastelte ich eine Nähmaschine – was denn sonst? 

Dafür habe ich Material verwendet, welches ich mal aus einem Karton gerettet habe, welcher in den Müll sollte. Reste mit Papier beschichteter Schaumstoffplatten aus dem Architekturbedarf. Wunderbar zum filigranen Schneiden.

 Aufzeichnen...

 

 ausschneiden ...

 

zusammenkleben und Garnrolle basteln ...

 

 

mit Handrad versehen...

 

 

schwarz anstreichen und mit etwas Gold verzieren. Fertig!

 

Ein Quiltrahmen musste auch sein. Der besteht aus Knöpfen, Holzspießen und bemalten Stoff.

 


 


 

 

 




Ein Regal wurde aus Pappe gebaut und beklebt.



Auf dem Tisch ein Quilt, Maßband, Rollschneider und Lineal. Das Werkzeug habe ich aus einem Katalog ausgeschnitten. 





Da  der Boden des Glases nach innen gewölbt war stand alles nicht gerade. Ich musste noch einen zusätzlichen Ring unter den Boden kleben.

 

 

 Das sah unschön aus, also kaschierte ich den Fehler noch mit einer schmalen Spitze. 

 

Das Ganze hat eine "Größe" von gerade mal 9 cm.

Maßgerecht wurde alles an das Glas angepasst. Im Deckel habe ich noch ein Lämpchen angeklebt. So hat die Miniatur sogar noch eine Beleuchtung. 

Bei solchen Basteleien stehe ich immer telefonisch eng mit meiner Schwester Jana in Kontakt. Da gibt es auch mal Material im Tausch (wie die kleinen Lämpchen) oder wertvolle Tipps. So auch der Hinweis, die Nähmaschine noch mit farblosem Nagellack zu bestreichen, das würde ihrem Aussehen guttun. Danke für den Tipp. (Nagellack habe ich im Schrank, aber nicht zum Nägellackieren.) 





Die Rückseite mit einem Miniquilt (aus Papier auf Stoff)



Und weil ich ja nun so im Flow bin, habe ich eine weitere Miniatur in Arbeit – noch etwas kleiner.

Kommt wieder, ich zeigs euch. 


 



PS:Weil ich die erste dieser Miniaturen für mich behalte, weil sie noch verbesserungswürdig ist, fülle ich mit diesem Post das Feld DAS IST FÜR MICH bei Anitas Bingo 2026.


Donnerstag, 8. Januar 2026

Holz trifft ...

 ... Knetbeton.

Heute wieder ein Bericht aus der Konserve.

Im Sommer, oder war es im Herbst?... das weiß ich nicht mehr, war ich mal kurz bei meiner Schwester. Dort gehört ein gemeinsamer Spaziergang durch die Natur einfach dazu. Auf einer Wiese am Ortsrand lag seit langer Zeit ein umgestürzter alter Apfelbaum. Den wollte sie mir zeigen. Naja, was ist denn ein alter Apfelbaum schon für eine Sensation, wenn man nicht gerade Brennholz braucht? 

Sie hat mir unterwegs erzählt, dass sie gefragt hat, ob sie sich Äste absägen darf. Sie darf. Eine Säge nahm sie gleich mit. Es wurde spannend.

Und dann sah ich, was sie denn für Äste meinte. Ihr müsst wissen, dass meine Schwester Jana einen Blick dafür hat, wie man aus scheinbar Nutzlosem noch etwas (nicht immer Nützliches, aber immer etwas Schönes und Kreatives) machen kann. Könnt ihr euch noch an die Griffe in ihrem Bad erinnern?

An diesem alten Apfelbaum waren nämlich an vielen Stellen Baumperlen und andere Wucherungen gewachsen. 

 





So etwas sieht man nicht häufig. Die außergewöhnlichen Äste schienen ihr für eine weitere Verarbeitung geeignet.

Ich habe mir auch ein paar Äste abgesägt und zu Hause ins Wasser gelegt. Jana wusste, dass sich die Rinde dann einfacher entfernen lässt.

 

Mit Knetbeton habe ich dann ein paar Häuschen  geformt. Ja, schon wieder Häuser – ich habe nun mal eine Affinität zu Häusern. 

Die habe ich mit Löchern an der Unterseite versehen. In das Holz wurden Löcher gebohrt und mithilfe von  Zahnstochern und Heißkleber die Häuser befestigt.  

Noch ein wenig Deko aus Draht, Rinde, Moos und Geäst, und es kehrt Leben in die Collage ein.

Damit ihr euch die Größe vorstellen könnt, habe ich mal ein Lineal dazu gelegt. Der Ast ist nur 29 cm lang. Die Häuser 1,5 bis 2 cm hoch. 

 

 

Das Ganze wird später in einen tiefen Rahmen gesetzt. Aber erst im Frühjahr, wenn man draußen wieder basteln kann. Den Rahmen möchte ich aus Altholz anfertigen. 


Es soll ein Geburstagsgeschenk werden. 

 

PS: Weil wir zum "Ernten" unserer Äste UNTERWEGS waren streiche ich das nächste Feld bei Anitas BINGO.

Montag, 5. Januar 2026

Schon wieder eine Ausstellung?

Ja, schon wieder eine Ausstellung! 
 
Doch diesmal dreht es sich nicht um Patchwork. Es geht um etwas ganz anderes. Ich bin auch nicht die Künstlerin, sondern mehr die Strippenzieherin im Hintergrund.

Die Idee dazu entstand während einer unserer Patchworkausstellungen vor zwei Jahren in der Kulturscheune Mühlberg. Bei einem gemütlichen Imbiss am Tag des Ausstellungsaufbaus diskutierten wir über die Vielfalt von Ausstellungsexponaten. Plötzlich hatte ich einen Gedankenblitz: Warum nicht Kunst aus Abfall zeigen? Meine Schwester Jana ist zum Beispiel eine leidenschaftliche Künstlerin, die mit Hingabe Dinge verarbeitet, die andere für wertlos halten und wegwerfen.
 
 



Diese Diskussion inspirierte mich, das Thema weiterzuverfolgen. Ich sprach mit der Galerieleiterin und ihre Begeisterung war sofort spürbar. So etwas hatten sie noch nie präsentiert, und die Idee bekam schnell Gestalt. Ich begann, in meinem Bekanntenkreis nach Hobby- Künstlern zu suchen, die mit solchen Materialien arbeiten – und es stellte sich heraus, dass ich einige richtig talentierte Menschen kenne!

Die Vorbereitungen laufen bereits lange und ich freue mich darauf, bald die Ergebnisse dieser kreativen Köpfe zu präsentieren. Die Besuchenden werden staunen, wie viel Schönheit aus vermeintlichem Müll entstehen kann.


Freitag, 2. Januar 2026

Fundsache

 

Hallo liebe Leserinnen hier bei Relas Sticheleien.

Zuallererst möchte ich allen die besten Wünsche für das Jahr 2026 senden. Möge es so werden, wie wir es uns wünschen. Danke für eure Treue hier, auch wenn es manchmal zwischendurch eine Flaute bei den Posts gibt und auch geben wird. 

Um mich mal wieder zu melden, habe ich einen Blick in meine „Reservekiste“ mit bereits vorbereiteten Posts gemacht, und siehe da: Ich habe noch einen nicht veröffentlichten Bericht zum Regal-Quilt. Eigentlich ist das Thema für mich schon Geschichte, aber es steckt Zeit im Post und deshalb möchte ich ihn euch noch zeigen.

Außerdem beinhaltet er eine Fundsache, nämlich einen  kleinen Beitrag von Karin, der bisher noch nicht gezeigt wurde. Es wäre ihr gegenüber nicht fair, das nicht zu tun.

Ich hatte bereits im September (so alt ist der Postentwurf schon)von Karin eine Mail bekommen mit der Beschreibung, wie sie weitergearbeitet hat. Seht mal ihre genähte Sammlung an DVDs. Bei allen hat sie, das kann man vielleicht nicht so erkennen, die Beschriftung mit der Hand gestickt. Fein sieht das aus und es wirkt sehr lebendig. Sie schrieb:

Liebe Rela,

bevor ich mich für vier Tage ins Nähwochenende verabschiede, möchte ich Dir gerne noch das nächste Blöckchen für den Regalquilt senden.
Ein paar meiner Lieblingsfilme und Serien dürfen in dem Regal auf keinen Fall fehlen, denn sie begleiten mich oft beim Nähen. Sie haben den Vorteil das ich sie so oft gesehen habe, das ich beim Nähen nicht mehr hinschauen muss, und sie eigentlich mehr ein Hörspiel sind. :-)
Jetzt muss ich noch ein bisschen vorbereiten, damit ich genug zum Arbeiten dabei habe.
Ich freue mich wie immer auf die Blöckchen aller Mitnäherinnen.

Liebe Grüße Karin

 

 

 

Montag, 29. Dezember 2025

Lost places

Eigentlich, ja eigentlich hatte ich geplant, mit meinem Herrn L. im November wieder ein paar Tage in ein Thermalbad zu fahren. Gebucht war es schon, und leider kam aber alles anders.

Für eine Stornierung war es bereits zu spät. Schade um das Geld. Denn es war schon bezahlt. Ich kam auf die Idee, mit meiner Schwester Jana hinzufahren.

Sie ist ja nun auch in Rente und hat (meist) nichts anderes vor.

Mein Herr L. war in guten Händen und ich brauchte mir (fast) keine Sorgen um ihn zu machen. 

Schön war es dort. Wir haben uns vormittags bei strahlendem Sonnenschein vieles angesehen und ab Mittag dann bis zum Abend die Zeit in der Therme verbracht.

An einem der Tage haben wir einen Lost Place besichtigt. Jedes Mal, wenn ich mit meinem Mann auf dem Weg zur Therme dort vorbeigefahren bin, schaute ich aus der Ferne hin. Eine alte große Villa an einem Hang. Gerne hätte ich mal aus der Nähe... 

Eine Besichtigung von solchen Dingen ist noch nie etwas für meinen Herrn L. gewesen. Da fehlt ihm die Neugier.

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Dort herumkraxeln - nicht mit ihm. Und alleine macht es keine Freude. 

Aber jetzt konnte ich es mit Jana wagen. Wir fragten einen älteren Herrn, ob und wie man denn da hin käme. Er war sehr nett und sagte, dass das nur über sein Grundstück möglich wäre. Er erlaubte uns, über seinen Hof den Hang hinaufzugehen. Ein paar spärliche Informationen bekamen wir auch von ihm. Vor der Wende war das Haus ein Kinderheim, nach der Wende in der Hand wechselnder Eigentümer mit großen Plänen, jetzt gehört es wohl einem Winzerbetrieb.

Bevor der erste neue Eigentümer 1991 das Dach gesichert hatte, baute er einen Swimmingpool, so die Erzählung des Mannes. Die Ruine soll wohl nun nur gesichert werden. Eine gänzliche Rettung des Gebäudes ist nicht mehr möglich. Es hätten auch schon Arbeiten stattgefunden, aber sie wurden von einem Tag auf den anderen beendet.

Wüst und ungeordnet sieht es auf dem Gelände aus. Überall liegt Werkzeug und Baumaterial herum, als ob die Bauarbeiter gerade Mittagspause machen würden. In Wirklichkeit bewegt sich seit dem Frühjahr keine Bauarbeiterhand mehr, so die Aussage des Mannes.

Doch lasst mal die Fotos auf euch wirken. 

 

Die Zufahrt von unten, teilweise neu gemacht. Es liegen bereits große Blumenschalen für die finale Dekoration bereit. Aus meiner Sicht das letzte, was man auf eine Baustelle bringt.








Ein Blick von oben auf die einst prachtvolle Villa.


Da waren wohl mal Fische drin.


Wer wohnt denn da? Oder der Eingang zum Weinkeller??? Nein, es war schemenhaft das Wort „Quelle“ zu lesen. Man konnte nicht hin, es war viel zu steil und es gab keine Stufen.  


Wer erkennt an dem Baum etwas ungewöhnliches? Man muss ganz genau hinsehen!
Etwas näher ran bitte!

Eine eingewachsene Gartenschere. Hat der Gärtner keinen Lohn bekommen und ist abgehauen? 


Das Nebengebäude innen.

Ein Blick hinein und hindurch und hinaus.

Man kann sich vorstellen, wie auf der Terrasse zwischen den Säulen mal eine Kaffeetafel stand und man mit Blick über das Tal die Sonne geniesen konnte...

Die Terrasse mit tollen Fliesen, die scheinbar wiederverwendet werden sollen. Denn einige waren entnommen und an der Seite gestapelt.


Ein Zugang zur eigentlichen Villa war nicht möglich.

Außerdem auch zu gefährlich. Das Mauerteil hing nur an einem Stück Metall und bewegte sich im Wind.


Die erste Baumaßnahme vor Jahren - der Pool.


Im Gelände waren neue Weinstöcke gepflanzt. Teilweise sogar Sträucher und Bäumchen gesetzt. Aber an Stellen, wo doch noch große Baumaschinen fahren müssen …

Das ist verkehrte Welt für mich.

Wir hatten jedenfalls Freude beim Besichtigen und sehr schmutzige Schuhe, da die Wege nicht befestigt waren.

Aber meine/unsere Neugierde ist gestillt und es war schön.

Ich werde die Villa beim Vorbeifahren weiter beobachten und evtl. mal über Fortschritte berichten. 

Wer von euch mag es auch, solche Lost places zu besichtigen?