Montag, 13. April 2026

Ostern ist vorbei

Das Wetter war eher so lala.

Deshalb verbrachte ich an den Feiertagen viel Zeit  im Wintergarten. Wenn es sonnig ist, steigen die Temperaturen auch im April am Nachmittag schnell auf 25 Grad. Angenehm, um zu lesen, zu sticken, Hörbuch zu hören oder auch mal ein Nickerchen zu machen.

Ich freue mich jedes Frühjahr darauf, den Wintergarten für die Nutzung zu säubern und Ordnung zu machen. Das ist allerdings der letzte Raum, der beim Frühjahrsputz an der Reihe ist. Der Grund ist, dass unsere Pflanzen aus der Garage rechtzeitig in den hellen Wintergarten umziehen. Oleander, Fuchsien, Pelargonien und allerlei Schalen mit Samen stehen dann dort.

 

 






Auch unsere Äpfel aus dem Garten werden hier im Winter frostfrei gelagert, denn im Keller ist es zu trocken.

 

 

 

Denn unser Wintergarten ist kein schickimicki Wintergarten mit Klimaanlage und Heizung – nein, er ist selbst gebaut von meinem Herrn L. und bereits Ende der 70er Jahre mit dem Hausbau entstanden. Zuerst war es nur eine Terrasse, dann kam ein Dach dazu, und später wurden Fenster eingesetzt.

Im Laufe der Jahre wurde immer wieder erneuert und umgestaltet, und über die gesamte Zeit von Frühjahr bis Herbst ist er unser eigentliches Wohnzimmer. Er ist recht groß, mit einer gemütlichen Couch. Hier ist auch (auf meinen Wunsch hin) eine TV-freie Zone, was ich sehr liebe.

Von Frühjahr bis Herbst wird hier gefrühstückt, das Mittagessen eingenommen und auch Abendbrot gegessen. Sollte es im Sommer sehr warm sein, sind wir nur zwei Schritte weiter draußen auf der richtigen Terrasse. Es ist alles ebenerdig und auch für meinen Herrn L. gut erreichbar, seitdem er nicht mehr so gut zu Fuß ist.

Über Ostern habe ich fast täglich gestichelt – an meinen Miniatur-Hexis. Kurz vor Ostern lag die neueste Ausgabe der Patchwork Professional im Briefkasten, und so stand einer schönen, entspannten Zeit nichts mehr im Weg.

Weil Renate von Verquilts in ihrem letzten Beitrag ebenfalls darüber geschrieben hat, zeige ich euch mal, welchen Stoff ich für die Hexis verarbeite. Auch ich habe in den 90ern alle Patchworkläden angeschrieben, die Anzeigen in diversen Handarbeitszeitschriften geschaltet hatten. Sie boten meist kostenlose Stoffmuster an, und viele davon sind in meinem Bestand gelandet. Einige habe ich anderweitig verwendet, aber es waren noch viele übrig – genau groß genug für meine Hexis.

 

 

Schaut mal auf das Etikett: Es ist beschriftet mit „Weihnachtskatalog 1998/99“ von einem Shop in Wien. 

 

 Den Laden gibt es sogar noch, allerdings ohne Patchworkstoffe im Angebot.

 

 

Nun sind die Osterfeiertage vorbei, das Nähzeug wurde beiseite geräumt, denn jetzt geht es im Garten in großen Schritten los. Die Natur ist bei uns noch sehr verhalten: Der Bärlauch hat noch keine Erntegröße erreicht, und die Magnolienknospen zeigen gerade erst etwas Farbe.

Ich mag diese Jahreszeit sehr und freue mich – nicht nur, weil die Natur es braucht – auch über zwei oder drei Regentage.

Denn mein Reste-Haxgonquilt muss noch weiter wachsen. 

 

 


 

  


PS: Ich verlinke zu Annis BINGO und streiche das Feld "Ostern" und gehe zu

Lindlady und "Stich für Stich zum Ziel" .

Samstag, 4. April 2026

Das Ziel meiner…

... „poetischen“ Quiltreise ist nun erreicht.

Bereits zwei meiner Berichte handeln vom Poesie-Quilt. Um zu verstehen, um was es dabei geht, lest bitte hier und hier.

Nun widmete ich mich dem rechten Teil des Quilts. 

Ich plante, auf dieser Fläche etwas zu applizieren. Aber was?

Ich erzähl es euch: 

Im letzten Herbst hatte ich mich mit einem Experiment beschäftigt. Beim Rechen von Laub im Garten dachte ich an den Winter – an viel freie Zeit bei Regen und Schnee und ganz viel Raum für Kreatives.

Beim Anblick der Blätter erinnerte ich mich: Ich hatte vor längerer Zeit gelesen, dass man Blätter so bearbeiten könne, dass sie eine lederähnliche Struktur annehmen und sich sogar vernähen lassen. Das musste ich einfach ausprobieren. Also sammelte ich bei meinen Gartenarbeiten Blätter in unterschiedlichen Farben und mit schönen Blattadern. 

 



Ich stellte eine Mischung aus einem Teil Glycerin – günstig in Drogerie oder Apotheke erhältlich – und zwei Teilen Wasser her. Diese füllte ich in eine Schüssel und legte die Blätter hinein. Damit sie vollständig bedeckt waren, beschwerte ich sie. Im Laufe der Zeit nahmen die Blätter die Flüssigkeit auf und wurden geschmeidig, biegsam und haltbar.



 

 

Nach etwa einer Woche ließ ich sie auf Küchenpapier trocknen.

 

 

Für eine glatte Oberfläche bügelte ich die Blätter anschließend zwischen zwei Lagen Backpapier. So erhielten sie tatsächlich eine lederähnliche Haptik. Dabei stellte ich fest, dass sich leicht feuchte Blätter besser verarbeiten lassen als getrocknete.

Ich wählte passende Blätter für meinen Quilt aus und bügelte auf deren Rückseite Vliesofix. Anschließend begann ich mit der Gestaltung: Ich legte die Blätter aus, schnitt einige zurecht und arrangierte sie immer wieder neu, bis ich die für mich stimmige Komposition gefunden hatte. Von dieser finalen Anordnung machte ich ein Arbeitsfoto.

 

 

Schließlich entschied ich mich gegen eine klassische Applikation. In einer Arbeitsprobe hatten mir die Stiche an den Rändern der Blätter nicht gefallen. Stattdessen nähte ich die Blätter sparsam ausschließlich durch senkrechte Quiltlinien auf. Die  Linien zeichnete ich vor und richtete die Blätter daran aus, sodass sie beim Quilten gleich mitgefasst wurden.

 


Als besonderer Blickfang fehlte noch etwas. In meinem Fundus fand ich Knöpfe aus Wurzelholz, die mir mein Herr L. vor vielen Jahren gefertigt hatte – sie passten perfekt zu diesem Quilt.



 

 

 

Das Binding stellte mich dann noch einmal vor eine kleine Herausforderung, da der grüne Stoff - ACH DU SCHRECK -  knapp war. Ursprünglich hatte ich ein doppeltes Binding aus grauem Stoff mit einer grünen Biese geplant, doch dafür reichte der grüne nicht. Kurzerhand setzte ich grün und grau zu einem Streifen zusammen – entscheidend war für mich, dass auf der Vorderseite ausschließlich Grün sichtbar ist. Auf der Rückseite würde die Lösung nicht auffallen.

 

 

 

Auch über eine zusätzliche Gestaltung hatte ich nachgedacht: den Liedtitel „Alt wie ein Baum möchte ich werden...“ frei mit der Maschine in dunkelgrünem Garn zu sticken. Nach einem Gespräch mit meinen Quiltmädels am vergangenen Sonnabend entschied ich mich jedoch dagegen – und bin im Nachhinein froh darüber.

 

 

Die geschriebenen Buchstaben wurden einfach mit heißer Luft aus dem Fön weggepustet. 


 




 

Nun ist er fertig, mein Quilt zum Thema „Poesie“. Er lässt Raum für Interpretationen, doch die Verbindung zu einem Baum – oder mehreren – ist, so denke ich, deutlich erkennbar.

Die Arbeiten der anderen unserer Patchworkgruppe werden später auf der Seite von QuilThuer zu sehen sein.

 


 

PS: Ich werde das Ende dieser Geschichte bei Anitas BINGO verlinken. Weil ich Blätter vom letzten Jahr für den Quilt verwendet habe, streiche ich das Feld "DER HERBST IST DA".